08.01.2008 13:56 |

Spiel zum Film

Aliens vs Predator: Survival Of The Fittest

Nur die Bestangepassten überleben, wusste schon Darwin. Im Fall von "Aliens vs Predator: Survival Of The Fittest" handelt es sich dabei allerdings nicht um die Spezies Mensch, wird diese doch gerade in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Colorado von den speichelnden Aliens heimgesucht und dahingerafft. Ein einzelner Predator begibt sich auf die Erde, um Schlimmeres zu verhindern.

Wer "Alien vs Predator" trotz inhaltlicher und schauspielerischer Schwächen bis zum Ende geschaut hat, der weiß, dass ein Predator eines der Aliens als Wirt mit an Bord des Raumschiffes nahm. Wie einst bei Sigourney Weaver hielt der Brustkorb dem wachsenden Alien jedoch nicht lange stand, was den Stoff für einen zweiten Kinofilm liefert.

In "Aliens vs Predator: Survival Of The Fittest", dem Spiel zum derzeit in den Kinos laufenden Film "Alien vs Predator 2", ist das Predator-Raumschiff auf die Erde gekracht. Im Gegensatz zur Predator-Crew überlebt die Alienbrut den Absturz und droht sich nun auf der Erde auszubreiten. Ein einzelner Predator soll daher nicht nur sämtliche Aliens, sondern auch jegliche Hinweise, die die Existenz von Predatoren und Aliens auf der Erde belegen könnten, vernichten.

Für den in die Rolle des Predators geschlüpften Spieler bedeutet dies einerseits sämtliche Bestandteile des verstreuten Raumschiffes zu zerstören, andererseits Aliens sowie deren Eier ausfindig zu machen und erfolgreich zu bekämpfen. Die kleine und unbedeutende Spezies Mensch soll davon so wenig Wind wie möglich bekommen und bestenfalls verschont werden - das gilt zumindest für die unbewaffneten Zivilisten.

Um diese Aufgabe zu bewerkstelligen, kann der Alien-Jäger auf einen reichhaltigen Fundus von Waffen und Gadgets zurückgreifen. Zur durchschlagkräftigen Schulterkanone und den nur mäßig gefährlichen Handgelenk-Klingen gesellen sich mit zunehmender Erfahrung (hier: Ehrenpunkte) ein Speer, ein Diskus, Tod bringende Shuriken oder eine Plasma-Wumme. Je mehr und ehrenhafter - also ohne zivile Verluste - man tötet, umso schneller lassen sich diese Waffen erwerben und auch entsprechend upgraden.

Wie bereits aus dem Kinofilm bekannt, verfügt der Jäger auch über unterschiedliche Sicht-Modi. Während die Thermal-Sicht Menschen, aber auch Maschinen hervorhebt, lassen sich mit der Tech-Sicht Teile des verstreuten Predator-Schiffs anzeigen. Unerlässlich bei der Jagd auf ETs böse Freunde ist jedoch die Alien-Sicht, die das Blut der sabbernden Außerirdischen leuchtend grün darstellt. Da der Predator bei seiner Mission auf der Erde möglichst ungesehen agieren sollte, verfügt er zu guter Letzt noch über die Möglichkeit, sich zu tarnen.

Was umständlich klingt, erweist sich in der Praxis als sehr einfach zu steuern: Mit dem Analogstick wird gelenkt, über das digitale Steuerkreuz zwischen Waffen und Sicht-Modi gewechselt. Mit der rechten bzw. linken Schultertaste wird die Kamera geschwenkt, das gleichzeitige Drücken beider Tasten visiert hingegen Feinde per Zielerfassung an. Mit den Buttons darf dann das Feuer eröffnet oder - falls der Gegner bereits vor einem steht - im Nahkampf geprügelt werden.

Sowohl Schüsse aus der Laserwaffe als auch die Verwendung des Tarnmechanismus gehen jedoch zu Lasten einer Energieleiste. Ist diese erschöpft, bleibt die Kanone kalt und der Predator sichtbar. Ist sie hingegen prall gefüllt, besteht die Möglichkeit, sich gegen einen kleinen Obolus neue Lebensenergie zu kaufen. Nötig ist dies allerdings nicht, bleibt "Survival Of The Fittest" für den Predator doch trotz Alien-Überzahl ein Spaziergang.

Allerdings kein sehr schöner, denn in optischer Hinsicht gehört das PSP-Spiel nicht zu den besten seiner Zunft. Die Umwelt wirkt insgesamt sehr statisch und leblos, die Farben sind recht dunkel und meist im grau-braunen Bereich angesiedelt. Etwas Auflockerung bieten hier die diversen Sicht-Modi, die allerdings meist nur wenige Sekunden benötigt werden. Sehr schön geworden sind hingegen die an der Filmvorlage angelehnten Sounds und die Musikuntermalung. Abzüge gibt es leider wiederum in punkto Sprache: Das komplette Spiel ist nur in Englisch verfügbar.

Wenig rühmlich ist schließlich auch der Mehrspieler-Modus, in dem zwei Spieler via Adhoc-Verbindung innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits auf Alien-Jagd gehen können. Wer mehr Aliens metzelt, gewinnt. Speichern lassen sich die Mehrspieler-Ergebnisse jedoch nicht, was keinen sonderlich hohen Motivationsanreiz schafft.

Fazit: "Aliens vs Predator: Survival Of The Fittest" bietet gute Ansätze, kann in der Praxis aber aufgrund des eintönigen Gameplays und des zu leichten Schwierigkeitsgrades nicht punkten. Schade, böte die Figur des Predators doch viel Potential für spannende Spiele.

Plattform: PSP
Publisher: Vivendi Games
Krone.at-Wertung: 64%


von Sebastian Räuchle

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