Fall Renginar

Zehnjährige will keinen Kontakt zur Mutter

Österreich
11.01.2008 17:54
Sie will ihre Mutter nicht sehen und auch nicht mit ihr sprechen - nach dem Fenstersturz der zehnjährigen Renginar in Wien-Wieden möchte die Schülerin von sich aus keinen Kontakt zu ihrer Mama. Das Mädchen, das bei ihrem Sturz von einem Passanten und einem Polizeibeamten (Bild)aufgefangen worden war, wird nach wie vor in einem Krisenzentrum betreut.

Viele Fragen sind beim lebensgefährlichen Fenstersturz des Mädchens noch offen. Wie berichtet, fiel Renginar mehr als zehn Meter tief aus dem Fenster der Elternwohnung, im Krankenhaus stellten die Ärzte später Spuren von Misshandlungen fest.

Hätten zwei Passanten - ein Polizist und ein Berufsfahrer - die Schülerin nicht aufgefangen, wäre das Mädchen womöglich verstorben. Jetzt muss geklärt werden: Wer ist für die blauen Flecken und Verletzungen des Kindes tatsächlich verantwortlich?

Renginar darf bald wieder in die Schule gehen
Renginar selbst hat jedenfalls schon eine Entscheidung getroffen: Sie will ihre Mutter nicht sehen. Wie es jetzt weitergeht, entscheiden die nächsten Tage. Verwandte in ihrer Heimat Bulgarien konnten noch nicht ausfindig gemacht werden. Renginar kann dafür vermutlich bald wieder ihre Wiedner Schule besuchen.

Die Polizei ermittelt weiter wegen Misshandlungsverdachts, eine Ärztin entdeckte am Körper der Zehnjährigen ältere Hämatome, die auf „eine in den vergangenen Tagen mehrfach durchgeführte Misshandlung“ hindeuten. Das Kind hatte bei seinem Sturz neben Prellungen und einer leichten Gehirnerschütterung auch einen Schock erlitten.

Mädchen turnte vor Sturz am Fenster herum
Zum Sturz aus dem Fenster war es am vergangenen Wochenende gekommen. Ein Passant und ein Polizist fingen die kleine Bulgarin auf. Nach ersten Vermutungen, das Mädchen habe sich absichtlich aus dem Fenster fallen lassen, gab die Zehnjährige an, auf dem Fenster herumgeturnt und das Gleichgewicht verloren zu haben.

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