SP-Klausur

Einigkeit bei Lehrlingsförderung

Österreich
04.01.2008 17:29
SPÖ und ÖVP sind sich bei der Reform der Lehrlingsförderung offenbar weitgehend einig. Das hat die Präsidiumsklausur der Kanzlerpartei im niederösterreichischen Hirschwang ergeben. Diskussionsbedarf gibt es noch, was die Umsetzung der im Regierungsprogramm angekündigten Ausbildungsgarantie für Jugendliche bis 18 angeht. Während die SPÖ auch auf überbetriebliche Lehrwerkstätten setzt, möchte die ÖVP Jugendliche ohne Lehrstelle lieber an Schulen ausbilden.

Nach den Vorstellungen der SPÖ sollen Jugendliche, die nicht zur Schule gehen und auch keinen Lehrplatz haben, künftig in Lehrwerkstätten ausgebildet werden. Diese sollen künftig nicht nur ein kurzfristiges „Auffangnetz“ bieten, sondern eine echte Berufsausbildung, sagte Gusenbauer. Der Wechsel von einer Lehrstelle in einem Unternehmen in eine Lehrwerkstätte und zurück soll erleichtert werden. „Es muss aber auch möglich sein, die vollständige Lehrausbildung an einer Lehrwerkstätte abzuschließen“, so der Kanzler.

Streit um Lehrwerkstätten
Die Leiterin der ÖVP-Perspektivengruppe „Bildung“, Katharina Cortolezis-Schlager, lehnt diese von AMS-Vertragspartnern betriebenen Lehrwerkstätten jedoch ab. „Das AMS soll für die Jugendlichen erst ab 18 zuständig sein, bis dahin gibt es die schulische Verantwortung oder die betriebliche Ausbildung“, so Cortolezis-Schlager. Der betriebliche Teil der Ausbildung könnte - falls ein Jugendlicher keinen Lehrplatz hat -  etwa an Lehrwerkstätten an den Schulen stattfinden.

Weitgehend einig sind sich SPÖ und ÖVP dagegen offenbar bei der geplanten Reform der Lehrlingsausbildung: Die „Basisförderung“ soll künftig nicht mehr pauschal (1.000 Euro pro Jahr), sondern nach Lehrjahr und Höhe der monatlichen Lehrlingsentschädigung gestaffelt ausgezahlt werden. Konkret geplant: Im ersten Lehrjahr erhalten die Betriebe drei Monatsentschädigungen vom Staat, im zweiten Jahr zwei und im dritten Lehrjahr nur noch eine.

„Blum-Bonus“ soll an Kriterien geknüpft werden
Der „Blum-Bonus“, der bisher für alle zusätzlichen Lehrplätze ausgezahlt wurde, soll künftig auch an Qualitätskriterien gekoppelt werden. Betriebe erhalten damit Geld vom Staat, wenn sie mehr Mädchen in klassischen Männerberufen ausbilden oder die Ausbildner weiterbilden. Für eine ähnliche Vorgehensweise bei der Lehrlingsförderung hatte sich kürzlich auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) ausgesprochen. Ein endgültiges Modell wollen ÖVP und SPÖ bei der Regierungsklausur kommende Woche vorlegen.

Trotz der Annäherung bei der Lehrlingsförderung setzte es von der ÖVP Kritik am Koalitionspartner. „Viel Streit, wenig Inhalt und eine gehörige Katerstimmung“, konstatierte ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon. Grund: Der SP-interne Streit um die Pflege-Amnestie.

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