Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 20 Jahren, zum Teil Schüler, zum Teil Arbeitslose, kennen einander aus Hauptschulzeiten und sind für Polizei und Jugendwohlfahrt keine Unbekannten. Die erpresserische Geldbeschaffung von einem leicht geistig behinderten Mitschüler sei erst öffentlich geworden, als dessen Mutter einen Gelddiebstahl bemerkte: Ihr Sohn war durch die mehr als zwei Jahre laufenden Geldforderungen, verbunden mit Drohungen und Schlägen, gezwungen worden, selbst im Familienkreis zum Dieb zu werden. Mit dem Geld des „lebenden Bankomaten“, wie sie ihr Opfer bezeichneten, finanzierten die Täter ihren Lebensunterhalt.
Schüler zu Komatrinken genötigt
Dem 16-jährigen Haupttäter wird auch vorgeworfen, im Mai 2007 einen 13- und einen 14-jährigen Schüler in die Wohnung seiner Eltern gelockt zu haben, mit deren Geld alkoholische Getränke eingekauft und die beiden mit einem Küchenmesser zum Komatrinken genötigt zu haben. Für den Fall einer Weigerung drohte er, ihnen das Wort „Loser“ in den Unterarm zu ritzen.
Weil die Schüler die Forderungen nur zum Teil erfüllen konnten, wurden sie vom 16-Jährigen geschlagen und bedroht. Zudem mussten sie miteinander kämpfen und wurden immer Badezimmer eingesperrt. Als der bereits alkoholisierte 14-Jährige ein Getränk über eine defekte Fernbedienung verschüttete, forderte der 16-jährige 50 Euro Entschädigung. Erst nach Stunden und nachdem sich die Schüler mehrmals übergeben mussten, ließ der junge Steirer von ihnen ab. Die Opfer erstatteten aus Angst keine Anzeige.
Die zum Teil geständigen Täter wurden nun auf freiem Fuß angezeigt.










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