04.01.2008 17:27 |

Unruhen in Kenia

"Krone"-Redakteur berichtet über Urlaub in Kenia

"Krone"-Sportredakteur Peter Klöbl ist als einer der ersten österreichischen Touristen in Kenia mit seiner Familie zurückgekehrt. Mit vielen Erinnerungen an ein "schönes" Kenia im Gepäck - aber auch mit Erinnerungen an das "andere". Jenes Kenia, das im Bürgerkrieg zu versinken droht und momentan nicht widersprüchlicher sein könnte.

Masai Mara, ein Naturschutzgebiet, berühmt für seine Tiervielfalt. Löwen, Geparden, Elefanten etc. - alles zu sehen. Auch Hyänen. „Die gibt es aber nicht nur hier“, werden wir von unserem Fahrer Sami aufgeklärt, „sondern auch in Nairobi. Dort sitzen die wahren Hyänen Kenias. Nämlich die Politiker. Die nehmen alles, was sie kriegen können.“ Sami hat den Oppositionspolitiker Raila Odinga gewählt. „Er ist genauso korrupt wie Präsident Mwai Kibaki, aber er hat versprochen, neue Straßen zu bauen.“ Später erfahren wir, dass er ihnen eigentlich alles versprochen hat. Das Blaue vom Himmel, das Paradies auf Erden. Hyänen - so und so...

Szenenwechsel an die Küste, den Galu Beach nahe Mombasa. Im „Neptune Palm Beach Resort“ wird auch über das „Ergebnis“ der Wahlen diskutiert. Dass aber im ganzen Land Unruhen sind, erfährt man nur via Hotel-TV. Allerdings nur dank ausländischen Sendern wie „CNN“ - das keniatische TV sendet Kinderfilme. TV-Berichterstattung - so und so...

Zweimal Silvester unter Palmen...
Silvester unter Palmen. Im Hotel mit Sekt und Lobster. Draußen, auf der anderen Seite der Straße, ist auch Silvester unter Palmen. Allerdings ohne Sekt, ohne Lobster. „Seit drei Tagen bekommen wir nichts zu essen“, sagt Martin, der selbstgemalte Bilder verkauft. Ich schenke ihm meine adidas-Badeschlapfen und meine Baseballkappe. Happy New Year, Martin. Er ist wirklich happy: „Denn Kleidung ist das, was wir am meisten brauchen.“ Geld kann ich ihm übrigens keines geben. Durch die Weihnachtsfeiertage, die Wahlen und den Jahreswechsel ist Kenia praktisch pleite. Bei allen Bankomaten steht: „Closed. No money.“ Silvester unter Palmen - so und so...

Polizei oder Militär ist nicht zu sehen
Kenia, ein gespaltenes Land. So wie den Menschen gehts auch uns Touristen. Angst oder nicht? Am letzten Tag, auf dem Weg zum Flughafen, muss unser Bus knapp vor Mombasa auf einer großen Fähre einen Fluss überqueren. Hunderte Einheimische sind mit auf der Fähre. Polizei oder Militär ist nicht zu sehen, aber wir haben nie ein Gefühl der Angst. Hunderte Kilometer weiter, in Nairobi, sterben unterdessen die Menschen. Kenia - so und so...
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