Fitness-Check

Schüler schneiden noch schlechter ab als bei PISA

Österreich
23.11.2007 19:45
"So schlecht kann PISA gar nicht ausfallen, dass wir dieses Ergebnis nicht noch übertreffen." Mit diesen warnenden Worten schloss der Salzburger Sportwissenschafter Erich Müller am Donnerstag seine Ausführungen zur Studie "Klug & Fit", die im Rahmen der Bildungsmesse Interpädagogica erstmals vorgestellt wurde. In einer Langzeituntersuchung hatten die Forscher der Universität Salzburg den Fitness-Status österreichischer Schüler im Alter von 10 bis 15 Jahren erhoben. Das Fazit könne ohne Übertreibung als "dramatisch" bezeichnet werden, erklärte Müller.

Ein Blick auf das Fitness-Profil der Jugendlichen zeigt, dass die Schüler nicht nur im weltweiten Vergleich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hinter der Norm herhinken, die Leistungsfähigkeit hat sich zudem auch im Verlauf der letzten zehn Jahre deutlich verschlechtert, wie Vergleichsdaten aus den Jahren 1998/99 beweisen.

Besonders bei jenen sportlichen Tests, die Rumpfstabilität, Koordination und Ausdauer messen, waren die Ergebnisse alarmierend. Weder Klimmzüge, Langstrecken- noch Bumerang- Laufen dürften demnach häufig in den Turnstunden auf dem Programm stehen. So findet in manchen Bereichen ab dem elften Lebensjahr keine Entwicklung mehr statt, vielfach sinkt die Leistungsfähigkeit ab dem 12. Lebensjahr deutlich ab, betonte der Experte. Beim Ausdauerlauf, der Rückschlüsse auf die Herz-Kreislauf-Tätigkeit zulässt, würden zwar Sportschulen verhältnismäßig gut abschneiden, in Normschulen sind 14-jährige aber kaum besser als 10-jährige Schüler.

Düsteres Szenario für die Zukunft
Ebenfalls bedenkliche Werte weisen die Daten zu den Muskelfunktionstests sowie zum Body-Mass-Index der Jugendlichen auf. 50 bis 60 Prozent der Muskeln sind der Studie zufolge bereits abgeschwächt, und auch das Übergewicht ist auf dem Vormarsch. Schlusslichter im Fitnesscheck sind die Hauptschulen, bei denen Müller den größten Handlungsbedarf sieht. "Wenn es so weiter geht und nichts getan wird, können sich unsere Schüler bald nicht mehr richtig bewegen", skizzierte der Wissenschafter das Szenario für die Zukunft. Ohne mehr Ressourcen und Unterrichtszeit für sportliche Aktivitäten würde man zweifellos darauf zusteuern.

Vonseiten des Bildungsministeriums (BMUKK) hofft man vor allem auf eine Verbesserung der Situation durch Kooperationen zwischen Schule und außerschulischer Sportförderung, die dafür allerdings "in richtige Bahnen gelenkt werden müsse". Dass offenbar zu wenig Unterrichtszeit für Bewegung zur Verfügung steht, bestreitet Sepp Redl, Leiter der Abteilung Bewegungserziehung, Sportlehrwesen und Gesundheitsförderung im BMUKK, nicht.

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