Benachteiligt

Österreich auf Rang 27 bei Frauen-Gleichstellung

Österreich
08.11.2007 14:30
Wenn es um die die politische, soziale und ökonomische Gleichstellung der Frau geht, dann hinkt Österreich im internationalen Vergleich hinterher: Im aktuellen „Global Gender Gap Report 2007“, der am Donnerstag vom Weltwirtschaftsforum in New York veröffentlicht wurde, belegt Schweden vor Norwegen Platz eins, gefolgt von Finnland und Island. Österreich ist im Vergleich zum Vorjahr in allen Bereichen außer dem Gesundheitssektor leicht zurückgefallen und belegt in der Studie insgesamt Rang 27 unter 128 untersuchten Staaten.

Bewertet wurde der Grad der Gleich- bzw. Ungleichstellung der Geschlechter in den jeweiligen Staaten auf einer Skala von null bis 100 Prozent - wobei nicht einmal der Spitzenreiter Schweden 100 Prozent (völlige Gleichstellung von Frauen und Männern), sondern nur 81,5 Prozent erreichte. Österreich belegt seinen 27. Rang mit 70,6 Prozent. Auch Deutschland verlor dieses Jahr zwei Plätze, findet sich mit 76,2 Prozent allerdings noch immer auf Rang sieben wieder.

Österreich schlecht bei wirtschaftlicher Gleichstellung
Die Werte Österreichs in den vier bewerteten Bereichen - Wirtschaftliche Partizipation und Chancengleichheit, Bildungsniveau, Politische Teilhabe, Gesundheit und Lebenserwartung - sind dabei sehr unterschiedlich: Vergleichsweise mäßig bestellt ist es etwa um die Gleichstellung im Bereich wirtschaftliche Teilhabe und Chancen, mit 58,2 Prozent liegt Österreich hier nur auf Platz 89, unter anderem wegen nach wie vor deutlicher Ungleichgewichte bei der Entlohnung von Frauen und Männern.

Weit entfernt ist man weltweit noch von der politischen Gleichstellung der Frau: Schweden reichten hier 52,5 Prozent für den ersten Platz - und Österreich 28,2 Prozent für den 15. Rang. Ausschlaggebend dafür: Vor allem die Frauenquote im Parlament (32 Prozent) und die Tatsache, dass Österreich bisher noch kein weibliches Staatsoberhaupt hatte.

Weit besser als in der Politik fällt zwar Österreichs Wert beim Zugang von Frauen zu Schul- und Hochschulbildung aus. 98 Prozent und damit fast völlige Gleichstellung reichen weltweit aber trotzdem nur für den 77. Rang. Dies ist nämlich der einzige Bereich, in dem bereits völlige Gleichstellung (also die 100%) erreicht wurde - und das nicht nur in einzelnen, sondern gleich in 15 Ländern.

Erster Rang bei Gesundheit und Überleben
Einen ersten Rang gab es für Österreich mit 98 Prozent in Sachen Gesundheit und Überleben. Das ist allerdings weltweit keine große Besonderheit mehr, Österreich teilt sich diesen Spitzenrang mit 35 anderen Staaten. Bewertet wurden hier vor allem die Geburtenrate nach Geschlecht und die durchschnittliche Lebenserwartung.

Frauenministerin Bures ortet Aufholbedarf
„Damit werde ich mich als Frauenministerin nicht zufrieden geben.“ So lautete die erste Reaktion von Frauenministerin Doris Bures auf das vorgestellte Ergebnis. Platz 27 im weltweiten Ranking bedeute einen Aufholbedarf für Österreich, meinte Bures in einer Aussendung: „Österreichs Frauen haben sich einen Platz im Spitzenfeld verdient.“ Die wirtschaftliche Partizipation und Chancengleichheit betreffend, setzt Bures auf den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und das flexible Kindergeld und verweist auf die gleichstellungspolitisch vorbildlichen Länder wie Schweden, Norwegen und Finnland. 

Dort, wo es ein gutes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen gebe, sei die Frauenerwerbsquote höher. Dem im Bericht angesprochenen Ungleichgewicht bei der Entlohnung werde auch mit dem 1.000 Euro-Mindestlohn entgegen gewirkt. Bei der politischen Gleichstellung der Frauen gebe es noch großen Aufholbedarf, wie nun auch der Bericht des Weltwirtschaftsforums deutlich mache, räumte Bures ein.

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