Der geborene Libanese mit den freundlichen Gesichtszügen macht auf dem zwölf Eigenkompositionen bietenden Erstlingswerk nämlich nichts, was "Elect The Dead" großartig von "System of a Down"-Alben unterscheiden würde. In für Fans gewohnter Manier pendelt Serj, der für dieses Album nahezu jedes Instrument selbst spielte, zwischen den musikalischen Extremen Pianissimo und Fortissimo.
Dennoch gelingt es dem 40-Jährigen abermals mühelos, diese extremen Kontraste unter einen Hut zu bringen und aus selbigem einen eingängigen und kraftvollen Ohrwurm nach dem nächsten zu zaubern (z.B. "Sky Is Over", "Saving Us"). Wen kümmert es da noch, wenn Tankians lieblicher Opern-Gesang von der einen Sekunde auf die nächste von brettharten Riffs abgelöst wird?
Auch auf textlicher Ebene ist Tankian ganz der alte geblieben. Der studierte Marketing-Stratege setzt sich abermals kritisch mit Konsumverhalten, Krieg, Politik und Religion auseinander. Ein Titel wie "Praise The Lord And Pass The Ammunition", der musikalisch experimentellste Song des Albums, spricht eine deutliche Sprache.
Ob es nun gut ist oder nicht, dass Serj Tankian auch solo genauso klingt wie mit Band, muss jeder für sich selbst entscheiden. "System of a Down"-Fans können das alleinige Erstlingswerk des Frontmannes auf jeden Fall als inoffizielles Album feiern und so die Wartezeit auf neues Material der kalifornischen Truppe verkürzen.
Fazit: 9 von 10 himmelhochjauzend zu Tode betrübten Punkten
von Sebastian Räuchle









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