"Als wir noch junge Männer waren und keine eignene Familie hatten, keine Kinder, hatten wir noch so viel Zeit. Alles, worüber wir uns den Kopf zerbrechen mussten, waren die Musik und Mädchen", lacht Don Henley. In den vergangenen 13 Jahren sind sie immer wieder auf Tour gegangen, haben mit Ticketverkäufen Rekorde gebrochen, nur ins Studio hat sie nichts gebracht. "Wir waren nie gut darin, gleichzeitig zu touren, Songs zu schreiben und aufzunehmen. Nach einer Tour haben wir uns alle erst mal um unsere Familie gekümmert. Aber jetzt haben wir es endlich geschafft!"
Und wie sie es geschafft haben, in England schnellte ihr Album an die Spitze der Charts (in Österreich müssen sie sich erst den harten Kampf mit dem "Kiddy Contest" liefern). Also präsentierten Don Henley, Glenn Frey, Joe Walsh und Timothy B. Schmit Mittwochabend ihr neues Werk persönlich in London. Und dafür verzichteten sie auf Sektkorken, feine Häppchen und noble High Society - sie verließen sich auf das, was sie wirklich gut können: Sie gaben ein Konzert (das einzige in Europa) für 15.000 glückliche, per Gewinnspiel zur Elite erkorene Fans.
Und trotzdem kam der Abend nur mühsam in die Gänge, der Sitznachbar begleitete die ersten Songs mit leisem Schnarchen. Und gerade die waren von "The Long Road Out Of Eden". Die Eagles trauten sich nur über vier neue Songs, dann ging das Hitfeuerwerk ab.
Doch sie gaben den Fans genau das, was die sich wünschten: "Dirty Laundry", "Take It Easy", "Heartache Tonight", "Desperado" und viele mehr. Die Songs, die viele seit den 70ern begleiten. "Wenn ich gewusst hätte, dass ich diesen Song für den Rest meines Lebens singen muss, hätte ich etwas anderes geschrieben", lacht auch Joe Walsh über die Unendlichkeit der Eagles und lässt bei "Life's Been Good" die Finger über die Gitarre fliegen.
Zur Verteidigung der neuen Songs (die teilweise absolute Ohrwurm-Qualität haben): Der Sitznachbar hat auch bei "Hotel California" noch geschnarcht...
von Franziska Trost, Kronen Zeitung









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