Sie ist nur gestolpert

Frau von U-Bahn überrollt und getötet

Österreich
24.04.2007 07:05
Dramatische Szenen am Sonntagabend in der Wiener U-Bahn-Station Reumannplatz: Ein Zug aus Leopoldau fuhr in die Station ein, die Menschen stiegen aus, der Zug rollte wieder an, wie es hunderte Male am Tag passiert. Doch diesmal gerät neben dem stehenden Zug eine Frau ins Stolpern – und stürzt zwischen zwei Waggons auf die Gleise.

Entsetzte Zeugen des Vorfalls eilen zum Notstopp und ziehen ihn. Aber obwohl sie so rechtzeitig Alarm schlagen, rollt der Zug an und beginnt, die Station zu verlassen. Als er endlich doch angehalten wird, kommt für Charlotte P. jede Hilfe zu spät. Der U-Bahn-Zug hat sie überfahren, der 75-jährigen Frau tödliche Verletzungen zugefügt. 

Die Linie U1 wurde zur Bergung der Toten über eine Stund lang eingestellt, ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Das Kriminalkommissariat Süd nahm Ermittlungen auf, um zu überprüfen, ob es wirklich um einen Unfall gehandelt hat. Die betagte Frau, nicht mehr ganz sicher auf den Beinen, dürfte aber ganz von selbst gestolpert sein – in einem Moment und an einem Ort, die nicht ungünstiger hätten sein können. 

"Erster Unfall dieser Art"
Die Wiener Linien zeigten sich von dem Unglück betroffen. Eine Sprecherin betonte, dass dies der erste derartige Fall in der Geschichte der Wiener U-Bahnen sei. Bisher wurde der Spalt zwischen den aneinandergekuppelten Waggons nicht als Sicherheitsrisiko gesehen.

Bild: Andi Schiel

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