20.02.2007 13:35 |

Virtuelle Hatz

Cabela's Alaskan Adventure

Nasses Schuhwerk, von Gelsen zerstochene Unterarme oder eine wegen der Allergie ständig tropfende Nase: Ein Aufenthalt in der Natur muss nicht immer romantisch sein. Völlig ungefährlich können Spieler daher jetzt in "Cabela's Alaskan Adventure" die Weiten Alaskas erforschen und nebenbei Jagd auf Elche, Bären oder Lachs machen.

Bevor es allerdings in die Wildnis geht, gilt es sich mit dem Nötigsten einzudecken. Dazu gehören nicht nur Waffen (diverse Gewehre, die gute alte Magnum oder sogar ein Bogen) und Munition, sondern auch wetterfeste Kleidung, ein Erste-Hilfe-Kit, diverse Lockrufe, um das Wild vor die Flinte zu bekommen, und möglicherweise sogar ein Zelt.

Derart ausgerüstet, könnte die Jagd eigentlich beginnen. Zuvor benötigt der Spieler aber eine Abschuss-Berechtigung, um auf die Pirsch gehen zu können. Selbige gibt es ebenfalls gegen bare Münze im "Outpost" zu erstehen. Wild um sich ballernde Cowboys sind in "Cabela's Alaskan Adventure" nämlich gar nicht gern gesehen. Wer ohne die entsprechende Lizenz Tiere tötet, packt nach drei Verwarnungen den Koffer. Ein saftiges Bußgeld gibt es hingegen für das Schießen in der Nähe von Gebäuden.

Mit Flinte und der Lizenz für zwei Moschus-Ochsen geht es dann endlich auf die Jagd. Weniger naturverbundene Jäger benutzen den Motor-Schlitten, um ins Jagdgebiet vorzustoßen, echte Waidmänner gehen jedoch zu Fuß. Mittels GPS verschafft sich der Spieler anschließend einen Überblick über das Gelände und erfährt, wo kleinere und größere Tiere anzutreffen sind. Geübte Fährtenleser können zudem weitere Infos aus den Spuren am Boden gewinnen oder mit ausgelegten Ködern die Tiere auch direkt anlocken.

Dann beginnt das langsame Heranpirschen an die Tiere. Läuft der Jägersmann nämlich zu schnell, verausgabt er sich nicht nur, sondern verscheucht zudem die Tiere. Ist das Wild in Schussweite, muss nur noch das Zielfernrohr auf den Lauf geschraubt und die Luft angehalten werden, um ja nicht daneben zu schießen. Über eine nette Sequenz, die die Kugel bei ihrem Flug verfolgt, lässt sich mitverfolgen, ob der Schuss sitzt. Anschließend gilt es die Beute zu sichern - hier erfährt der Spieler dann nicht nur interessante Daten über das erlegte Tier, sondern auch wo er getroffen hat.

Für zusätzliche Abwechslung sorgen Hundeschlittenrennen oder Angel-Herausforderungen, bei denen der Spieler sein Können im Eisfischen oder beim Fischen in stehenden oder fließenden Gewässern unter Beweis stellen kann. Während man sich bei der Jagd alle Zeit der Welt lassen kann, sind die Angel-Missionen leider nur unter Zeitdruck zu absolvieren.

Neben dem Karriere-Modus, in dem sich der Spieler von erlegtem Tier zu erlegtem Tier nach oben schießt, können die einzelnen Disziplinen im "Open Season"-Modus auch einzeln aufgerufen werden. Der Spieler bestimmt dann, welches Tier er in welchem Jagdgebiet erlegen möchte.

Ob schneebedeckte Weite oder saftiges Grün am Ufer des Yukons: Die insgesamt 12 unterschiedlichen Regionen machen grafisch einen sehr guten Eindruck und laden einfach zum Wandern und Verweilen ein. Überall kreucht und fleucht es, Baumwipfel und Grashalme wiegen sich im Wind, während Flüsse, Seen und Wasserfälle mit schönen Spiegelungen aufwarten. Sehr atmosphärisch auch die Soundkulisse, wobei bis auf den Widerhall der eigenen Schritte, ein gelegentliches Schnaufen oder diverse Tierlaute meist nicht viel zu hören ist. Auf Musik wurde nämlich klarerweise ganz verzichtet.

Fazit: Große Action sucht man bei "Cabela's Alaskan Adventure" vergeblich. Es hat vielmehr fast schon etwas meditatives, wenn man durch die grünen Wälder Alaskas pirscht und hofft, etwas vor den Lauf oder an den Haken zu bekommen. Klassische Ego-Shooter-Freunde dürften demnach nicht auf ihre Kosten kommen. Wer allerdings relativ stressfrei vor der Konsole entspannen und sich ein Stückchen Natur in die eigenen vier Wände holen möchte, der sollte unbedingt einen Blick auf dieses Spiel werfen. Noch dazu kommen bei der virtuellen Hatz keine echten Tiere zu Schaden.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PC, PS2
Publisher: Activision
Krone.at-Wertung: 83%


von Sebastian Räuchle

Samstag, 08. Mai 2021
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