Fr, 19. April 2019
11.12.2017 16:44

Bedarf ist riesig!

Tesla im Kaufrausch: Akkus werden weltweit knapp

Der US-amerikanische Elektroauto-Pionier Tesla entzieht dem Weltmarkt so viele Akkus, dass für andere Hersteller fast nichts mehr übrigbleibt. Sowohl beim japanischen Akkuhersteller Panasonic als auch bei südkoreanischen und chinesischen Rivalen seien durch den riesigen Bedarf Teslas kaum zylindrische Akkus zu bekommen, berichtet "ETNews". Hersteller von E-Bikes, Elektro-Werkzeug, E-Zigaretten oder Powerbanks haben deshalb massive Probleme.

Ein einziger Elektrowagen wie das Tesla Model S benötigt so viele Akkus wie 200 E-Bikes, rechnet das Wirtschaftsnachrichtenportal vor. Bedenkt man, dass Tesla jedes Jahr Tausende solcher Fahrzeuge herstellt, hat man einen ungefähren Eindruck vom enormen Akkubedarf des US-Unternehmens.

Produktion in der "Gigafactory" läuft noch schleppend
Prinzipiell will Tesla diesen Bedarf selbst decken und hat zu diesem Zweck eigens eine riesige Akkufabrik in die Wüste von Nevada gebaut: die "Gigafactory". Allerdings läuft das Akku-Werk noch lange nicht so rund, wie sich Tesla-Chef Elon Musk das wünschen würde.

Die Fabrik, die einen großen Teil ihres Strombedarfs mit Solarzellen deckt, leide unter Schwankungen in der Energieversorgung und einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, heißt es im Bericht.

Die Folge: Tesla kauft im großen Stil Akkus am Weltmarkt ein. Bei Panasonic wandere fast die gesamte Produktion zylindrischer Akkus zum US-Elektroautohersteller. Bei anderen Unternehmen wie Samsung oder LG Electronics sei die Situation nicht viel besser, selbst in China sollen kaum mehr Akku-Überschüsse vorhanden sein.

Ein japanischer Akku-Großhändler klagt: "Es ist mittlerweile unmöglich, diese zylindrischen Akkus in Japan zu bekommen. Panasonic hat uns sogar zu verstehen gegeben, dass sie gar keine zylindrischen Akkus mehr zu verkaufen haben."

Akkus fehlen überall - außer bei Laptops und Smartphones
Der Akku-Hunger bei Tesla hat direkte Auswirkungen auf die IT-Branche. Bei Smartphones und Notebooks ist die Akku-Knappheit zwar noch nicht dramatisch, weil für diese Geräte andere Akku-Formfaktoren benötigt werden als für Elektroautos. Viele andere Geräte - E-Bikes, E-Zigaretten, Powerbanks, akkubetriebenes Werkzeug - erfordern allerdings zylindrische Akkus, wie sie Tesla im großen Stil dem Weltmarkt entzieht.

Besserung dürfte erst in Sicht sein, wenn die Produktion in der Gigafactory hochgefahren werden kann. Doch dafür müssen zunächst die Probleme in der Stromversorgung behoben und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter gefunden werden. Und die Personalsuche dürfte mitten in der Wüste nicht gerade einfach werden.

 krone.at
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