Fr, 19. April 2019
08.12.2017 14:12

"Tut zu wenig"

"Turbomotor" für Schlepper: Facebook in der Kritik

Scharfe Kritik aus der UN-Familie an Facebook und Co: Die sozialen Medien böten Schmugglern und Folterern Plattformen und täten zu wenig, um deren schmutziges Geschäft zu unterbinden, sagte der Kommunikationschef der Organisation für Migration (IOM), Leonard Doyle, am Freitag in Genf in einem ungewöhnlich emotionalen Appell.

"Soziale Medien geben Gangstern, Schmugglern, Schleppern und Ausbeutern eine Kommunikationsplattform mit Turbomotor", sagte Doyle. "Die Menschen sind nur einen Klick von den Schleppern und ihren Lügen entfernt." Die IOM versuche ständig, Facebook und anderen Plattformen zum Einschreiten zu bewegen, aber ohne Erfolg. "Sie sagen uns: 'Zeigt uns die zu beanstanden Seiten und wir nehmen sie runter.' Aber es ist nicht unsere Aufgabe, die Seiten auf Facebook zu überwachen, das muss das Unternehmen selbst tun", sagte Doyle.

Wer pornografische Seiten aufrufe, bekomme oft ein Fenster eingeblendet mit einer Warnung vor Gefahren und kriminellen Aktivitäten. So etwas sei bei perfiden Angeboten von Schleppern auch möglich, sagte Doyle. Soziale Medien hätten die Verantwortung, die Menschen über die Risiken der Flucht mit einem Schlepper aufzuklären.

Erpressung per Video
Die Organisation hat nach Angaben Doyles in diesem Jahr gut 14.000 Migranten, die in Folterlager in Libyen gerieten, bei der Rückkehr in ihre Heimatländer unterstützt. Menschenhändler foltern dort Migranten und schicken oft Videos davon an die Familien, um Geld zu erpressen.

Größere Karte anzeigen

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Maßnahmen ungenügend“
Mithäftling getötet: Täter hortete Waffen in Zelle
Österreich
Nach CL-Pleite
Ronaldo stellt Juve Ultimatum und droht mit Abgang
Fußball International
„Freiheitsentziehung“
Autist gefesselt? Pfleger im Visier der Ermittler
Niederösterreich
Eintracht-Wunder
Hütter plant Final-Coup: „Freuen uns auf Chelsea“
Fußball International
„Ende der Menschheit“
Aufregung um Hetz-Video gegen Homosexuelle
Wien
Ohne Schein und Gurt
Prinz Philip sitzt wieder hinterm Steuer
Adabei

Newsletter