25.08.2017 12:18 |

"Uncharted"

"The Lost Legacy": Frauen-Power für die PS4

"Uncharted" ist tot, lang lebe "Uncharted": Mit "The Lost Legacy" schlägt Entwickler Naughty Dog ein neues Kapitel des populären Action-Adventures für Sonys PlayStation auf. Schatzjäger dürfen sich auf Altbewährtes freuen - mit einem kleinen, aber feinen Unterschied.

Über ein Jahr ist es bereits her, dass Nathan Drake und sein Kompagnon Sully in "Uncharted 4: A Thief's End" ihren Bühnenabschied feierten. Schnell wurde allerdings klar, dass dies nicht das Ende für "Uncharted" bedeutet: Zeitgleich mit dem Erscheinen des vierten Teils machte sich die US-amerikanische Spieleschmiede Naughty Dog im Mai 2016 daran, ein neues Kapitel des populären Schatzjäger-Spiels zu schreiben.

Herausgekommen ist "The Lost Legacy" - ein mit um die acht Stunden Spielzeit zwar nicht ganz so umfangreiches, aber ansonsten nicht minder aufregendes Abenteuer, das ganz in der Tradition bisheriger "Uncharted"-Titel steht: Gamer können sich demnach abermals auf großartige Schauplätze und den gewohnten Mix aus Shooter-Action, Rätseln und Klettereinlagen freuen, garniert mit dem bekannten Humor.

Kleiner, aber feiner Unterschied
So weit, so hervorragend, aber leider nach all den Jahren inzwischen auch etwas vorhersehbar und wenig innovativ. Wer "A Thief's End" gespielt hat, entdeckt in "The Lost Legacy" wenig Neues und ist vor angeblichen Überraschungen ("Huch, die Brücke bricht zusammen!") bestens gefeit. Einen kleinen, aber feinen Unterschied gibt es allerdings doch, und dieser kann gar nicht genug gewürdigt werden: Die Helden bzw. Heldinnen des Spiels sind weiblich - eine selbst im Jahr 2017 leider nach wie vor unrühmliche Ausnahme in einer ansonsten vor Testosteron nur so strotzenden Gaming-Welt.

Power-Gespann mit Ecken und Kanten
Schatzjägerin Chloe Frazer, bereits bekannt aus "Uncharted 2", und Söldnerin Nadine Ross bilden das weibliche Power-Gespann in "The Lost Legacy", das nach einer anfänglichen Skepsis gegenüber allerdings im Verlauf des Spiels erst noch zueinander finden muss. Dies geschieht in den für die Serie typischen Dialogen vor, während und nach der Action, und sorgt so binnen kurzer Zeit für diese gewisse Vertrautheit zwischen dem Spieler einerseits und den Charakteren andererseits, die schon frühere "Uncharted"-Teile auszeichnete.

Warum auch nicht?
Wer nun - vor allem als Mann - fürchtet, dass "The Lost Legacy" aufgrund der weiblichen Besetzung an Action eingebüßt haben könnte, wird schnell eines Besseren belehrt: Chloe und Nadine prügeln, ballern, schleichen, kraxeln und witzeln sich auf ihrer Suche nach Ganeshas sagenumwobenem abgebrochenen Stoßzahn genauso gekonnt durch Indien wie man es von Drake und Sully gewohnt war. Warum schließlich auch nicht?

Fazit: Wenn man Entwickler Naughty Dog einen Vorwurf machen kann, dann nur diesen: "The Lost Legacy" bietet mit Ausnahme der größeren offenen Spielwelt und einem damit einhergehenden Mangel an narrativer Führung wenig Neues. Das Altbewährte wird allerdings derart schmackhaft und grafisch opulent serviert, dass man dies den Entwicklern gerne nachsieht und gespannt der Dinge harrt, die da auf "Uncharted"-Fans in den kommenden Jahren noch zukommen mögen.

Plattform: PS4
Publisher: Sony
krone.at-Wertung: 8/10

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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