25.04.2017 16:10 |

"Project Owl"

Google will härter gegen Fake News vorgehen

Google hat eine Initiative gestartet, um stärker gegen gefälschte Nachrichten und Hassbotschaften in Netz vorzugehen. Der Internetkonzern kündigte am Dienstag das "Project Owl" (Projekt Eule) an, mit dem "minderwertiger Content" aus seinen Suchergebnissen und anderen Diensten weitgehend verbannt werden solle. Dabei sollen menschliche Testpersonen den Suchalgorithmus entsprechend trainieren, sagte Google-Entwickler Pandu Nayak der dpa.

Für Google seien seit geraumer Zeit weltweit Zehntausende Internetanwender aktiv, um Änderungen der Suchformel in einem Blindtest zu bewerten. Dabei bekommen die Tester die Suchergebnisse vor und nach der Algorithmus-Änderung zu sehen und müssen beurteilen, welches besser ist. Die Richtlinien für die Testpersonen seien nun komplett überarbeitet worden. Anhand von ausführlicheren Beispielen zu Websites von minderer Qualität wolle Google es Bewertern erleichtern, Seiten angemessen zu melden und zu kennzeichnen, die irreführende Informationen, unerwartet anstößige Suchergebnisse, Falschmeldungen und unbestätigte Verschwörungstheorien enthielten.

"Es gibt ähnlich wie bei Spam-Mails Leute, die unser System austricksen wollen. Dagegen werden wir nun noch schärfer vorgehen", sagte Nayak. Die Testpersonen sollen im Auftrag von Google allerdings nicht massenhaft ungeeignete Seiten aus den Suchergebnissen herausfiltern, sondern den Algorithmus der Suchmaschine auf eine bessere Erkennung der minderwertigen Inhalte trainieren.

"Frauen sind böse"
Die Initiative umfasst auch die Autovervollständigen-Funktion der Google-Suche. Mit dieser will Google den Nutzern Tipparbeit ersparen. Zum Beispiel bei der Eingabe von "women are" (Frauen sind) habe das System aber zuletzt das Wort "evil" (böse) vorgeschlagen, weil die Funktion bislang ohne Wertung die Begriffe anzeigt habe, die im Netz häufig aufgerufen würden.

Künftig, verspricht Google, soll deshalb bei den Vorschlägen auf Begriffe verzichtet werden, die als sexuelle Beschimpfung, Hassrede oder Bedrohung bestimmter Gruppen empfunden werden können. Außerdem bekommen die Google-Anwender die Möglichkeit, Autovervollständigen-Vorschläge zu bewerten und anstößige Worte zu melden. Diese Funktion wird aber zunächst nur auf Englisch verfügbar sein.

 krone.at
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