21.04.2017 16:10 |

Flammen gegen Kälte

Frostschäden: Winzer kommen mit blauem Auge davon

Es war die Nacht der Nächte für Winzer und Obstbauern! Mit dem Mut der Verzweiflung und allen möglichen "Öko-Waffen" versuchten sie Saat und Rebenspitzen vor dem Frost zu schützen. Das dürfte trotz beißenden Winterwetters auch gelungen sein. Kältepol: Lech am Arlberg mit minus 14,5 Grad.

Erschöpft und an den Grenzen ihrer Belastbarkeit waren etwa die Wachauer Winzer in der Nacht auf Freitag in ihre Rieden aufgebrochen. "Wir haben mehr als 1500 Räucherstellen in den Weingärten angelegt und außerdem Paraffinfackeln zum Räuchern eingesetzt", schildert Friedrich Rixinger, Weinhauer aus Gut am Steg im Bezirk Krems (Niederösterreich).

Doch auch in vielen anderen Kulturen des Landes loderten Flammen, zog dichter Rauch über Felder und durch Orte. Vor allem in den burgenländischen Bezirken Neusiedl am See, Eisenstadt-Umgebung, Oberpullendorf, Oberwart und Güssing fackelten die Winzer die ganze Nacht über gerollte Strohballen ab. Emotion pur und ein verzweifelter Existenzkampf der Bauern also.

Kälte-Schäden kosten rund 50 Millionen Euro
In der Ost- und Südsteiermark traf es einmal mehr die Apfelbauern besonders hart. Auch wenn die Schäden hier nicht so schlimm ausfielen wie im Vorjahr. Laut ersten Schätzungen der Hagelversicherung dürften sich die landesweiten Schäden auf 50 Millionen Euro belaufen.

Die restlichen Wetterfakten aus der letzten Nacht: Kältepol der bewohnten Orte war Lech am Arlberg im Ländle mit minus 14,5 Grad. Direkt kuschelig warm wird es im Vergleich zum Aprilwinter der vergangenen Tage beim Wien-Marathon am Sonntag mit 10 Grad über der Nullgrenze. Anderswo (etwa in Kärnten) kann es sogar frühlingshafte 17 Grad bekommen.

Mark Perry, Kronen Zeitung

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