Mo, 16. Juli 2018

Weltpremiere

23.03.2017 16:05

Kenia gibt Staatsanleihen per Handy aus

Kenia geht als erstes Land weltweit bei der Schuldenaufnahme neue Wege: In dem ostafrikanischen Land können Investoren ab sofort per Handy staatliche Anleihen zeichnen - und brauchen dafür nicht einmal ein Bankkonto. Die Schuldenpapiere mit dreijähriger Laufzeit können so praktisch von jedermann geordert werden.

Voraussetzung ist jedoch, dass der Investor nicht nur ein Mobiltelefon, sondern auch mindestens 3000 Schilling (27 Euro) in die Hand nimmt. Den Kleinanlegern winkt eine Rendite von zehn Prozent, die damit deutlich über dem üblichen Wert für Sparzinsen liegt. Kenia will mit den am Donnerstag ausgegebenen Papieren 150 Millionen Schilling einnehmen. Die Emission gilt als Testlauf für eine zweite und weit größere Ausgabe im Juni.

Der Staat kooperiert dabei mit dem Telekomkonzern Safaricom, über dessen mobilen Finanzdienst die Geschäfte abgewickelt werden. Kenia benötigt unter anderem Geld für ambitionierte Verkehrsprojekte - etwa eine Eisenbahnlinie zwischen der Küste und der Hauptstadt Nairobi.

Mehr Handyverträge als Bankkonten
Bisher konnten Investoren nur Anleihen erwerben, wenn sie auch ein Bankkonto vorweisen konnten. Doch in dem 44-Millionen-Einwohner-Staat gibt es zwar 38,5 Millionen Mobilfunkverträge. Über ein Konto verfügen nach Angaben des Entwicklungshilfeprogramms FSD Kenya aber nur 38 Prozent der Erwachsenen. Zum Vergleich: In Südafrika sind es 77 Prozent.

Sollte sich die Emission in Kenia als Erfolg herausstellen, dürfte das Modell nach Ansicht von Beobachtern auch in anderen Entwicklungsländern Schule machen.

 krone.at
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