So, 21. Oktober 2018

Gesetz in Frankreich

03.01.2017 08:24

Arbeitnehmer erhalten "Recht auf Abschalten"

Einfach mal abschalten - das fällt Arbeitnehmern immer häufiger auch nach Feierabend schwer. Denn viele sind selbst dann noch per Smartphone oder E-Mail für ihren Arbeitgeber erreichbar. In Frankreich will man dem nun per Gesetz ein Ende setzen: Seit 1. Jänner gesteht das Land Arbeitnehmern grundsätzlich zu, Kommunikationsmittel für berufliche Zwecke nach Feierabend abzuschalten - und damit Anrufe und Mails außerhalb der Arbeitszeiten zu ignorieren.

Die seit dem Jahreswechsel im Arbeitsrecht verankerte Bestimmung gilt für Unternehmen mit mehr als 50 Arbeitnehmern und erlaubt diesen, berufliche E-Mails und Telefonate außerhalb der Arbeitszeiten zu ignorieren. In welchem Umfang die Unternehmen das "Recht auf Abschalten" umsetzen, soll zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern ausgehandelt werden. Die Regelung ist Teil der Reformen im französischen Arbeitsrecht, die den Namen der zuständigen Ministerin Myriam El Khomri tragen. Das Ministerium verwies auf eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Eleas, der zufolge 37 Prozent der befragten Angestellten ihre beruflichen Kommunikationsmittel auch nach Feierabend oder am Wochenende nutzen.

Ständige Erreichbarkeit und ihre Folgen
Die ständige Erreichbarkeit hat Schattenseiten. Erholungszeiten würden verkürzt oder unterbrochen, auch der Abstand zwischen Arbeit und nächtlicher Ruhe falle unter Umständen schmaler aus und könne zu Schlafstörungen führen, so eine Untersuchung der Initiative Gesundheit und Arbeit aus dem Jahr 2013. Eine ernste Konsequenz könne ein Erschöpfungszustand sein. Stressbedingte Gesundheitsbeschwerden wie Bluthochdruck und psychische Beschwerden wie Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Burnout oder ernsthafte Krankheiten wie Depression seien schlimmstenfalls die Folge.

Schutzmechanismen für Mitarbeiter
Einige Konzerne haben inzwischen dementsprechende Schutzmechanismen für ihre Mitarbeiter eingeführt. Der Vorstand der Deutschen Telekom etwa hat zur Maßgabe gemacht, dass leitende Angestellte ihren Mitarbeitern nach Dienstschluss, am Wochenende und im Urlaub keine Mails schicken. Bei BMW und Volkswagen räumen spezielle Regelungen den Beschäftigten ein Recht auf Nichterreichbarkeit ein. VW hatte vor einigen Jahren bereits eine E-Mail-Sperre eingerichtet, die Tarifmitarbeiter in den Randzeiten - etwa abends - von E-Mails abkoppelt. Sie können dann weder Mails empfangen noch senden. Und Daimler stellt seinen Mitarbeitern frei, eingehende E-Mails während ihres Urlaubs einfach löschen zu lassen.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Zittern bis zuletzt
Hamilton startet auch in Austin aus der Pole
Motorsport
Erst Tor, dann out
Arm gebrochen! Messi fällt für den „Claisco“ aus
Fußball International
Spanier wundern sich
„Scheißdreck“-Sager: Bernat-Berater kontern Hoeneß
Fußball International
Deutsche Bundesliga
Bremen nach 2:0 auf Schalke vorerst Zweiter
Fußball International
Nur 1:1 gegen Genoa
Ronaldo trifft - Juve strauchelt trotzdem erstmals
Fußball International
Mbappe trifft
PSG-Wahnsinn! Zehnter Sieg im zehnten Ligaspiel
Fußball International
Nach Skandal-PK
„Super Zeichen“ - Kimmich verteidigt Bayern-Bosse!
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.