Fr, 21. September 2018

Personaloffensive

25.10.2016 17:48

Am Fliegerhorst Zeltweg startet das Heer durch

Der Sparkurs ist vorbei, beim Bundesheer werden in den nächsten fünf Jahren 9800 Jobs vergeben (davon 3800 neue Berufssoldaten, der Rest sind Nachbesetzungen nach Pensionerungen und Zeitsoldaten), bis zu 2000 davon in der Steiermark. Die Rekrutierungsoffensive ist gestartet, auch am Fliegerhorst in Zeltweg: Vom Eurofighter-Piloten über Fluglotsen bis zum IT-Profi werden etwa 200 Personen gesucht. Rekrutiert wird vor allem bei den Grundwehrdienern vor Ort.

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick: Dienstagvormittag bildete sich vor dem Eingang zum Fliegerhorst in Zeltweg ein kleiner Stau. Knapp 200 Jugendliche, vielfach begleitet von ihren Eltern, strömten zu einem Informationstag. Im Fokus stand die Ausbildung zum Militärpilot.

"Es ist ein Traumberuf", schwärmt Peter Trierweiler. Der Oberst leitet das Institut Flieger, an dem alle angehenden Jet- und Hubschrauberpiloten ausgebildet werden. Derzeit fehlen beim Heer 30 Piloten, die Lücke wird immer größer. Um sie zu füllen, müsste es - wegen der harten Auswahlkriterien - jährlich 400 Bewerber geben! "Die Ausbildung dauert fünf bis sieben Jahre. Wer jetzt angeworben wird, steht frühestens 2021 zur Verfügung", sagt Trierweiler.

Personalbedarf an allen Ecken und Enden
Doch gesucht sind nicht nur Piloten. (IT-)Techniker, Fernmelder, Fahrschullehrer, Flugsicherungspersonal, Mechaniker, Ausbildner - überall herrscht derzeit Bedarf. Franz Six, Kommandant des Überwachungsgeschwaders, braucht in den nächsten Jahren beispielsweise zirka 80 neue Mitarbeiter, darunter vier militärische Fluglotsen. Ihre Arbeit im Tower ist besonders verantwortungsvoll. Sie haben den Luftraum im Überblick, sind ständig mit neuen Situationen konfrontiert. Die umfangreiche Ausbildung dauert vier bis fünf Jahre…

Schneller geht es bei den neu rekrutierten Kadersoldaten für das Fliegerabwehrbataillon. Ihre "Werkzeug" sind mobile Radarsysteme, Abwehrkanonen oder die leichte Lenkwaffe "Mistral". 100 Arbeitsplätze sind frei, immerhin 16 Personen sind schon in der Ausbildung.

Höhere Gehälter, niedrigere Einstiegslimits
Das Bundesheer befindet sich derzeit also am Beginn eines längeren Wegs. Erleichtert wird die Personalsuche durch einige von der Bundesregierung beschlossene "Zuckerln": höhere Gehälter, niedrige Einstiegslimits und eine gestraffte Ausbildung.

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