"Riesige Sauerei"

Grüner vergleicht Nonnen mit Burka-Trägerinnen

Österreich
18.08.2016 13:08

Ein Facebook-Posting des grünen Integrationssprechers Ahmet Demir sorgt derzeit für große Aufregung im Web. Demir verglich darin katholische Nonnen mit Burka-Trägerinnen. Die FPÖ bezeichnete das Posting als "riesige Sauerei". Mittlerweile hat sich der Urheber entschuldigt.

Wie der ORF berichtete, sind auf dem Bild in dem Beitrag zwei Nonnen beim Spazierengehen zu sehen. Der Tiroler Grün-Politiker schrieb auf Facebook dazu: "Habe zwei Burka-Trägerinnen in Zams gesichtet. Sachen gibt's. Unterdrückte Frauen überall ;-)"

Dieses Posting war der Anstoß der Aufregung. (Bild: Screenshot Facebook)
Dieses Posting war der Anstoß der Aufregung.

"Riesige Sauerei"
Neben zahlreichen negativen Reaktionen in den sozialen Medien zeigte sich auch die Tiroler FPÖ erzürnt. Landesparteiobmann Markus Abwerzger bezeichnete das Posting als "riesige Sauerei". Demir sollte "von seinen türkischstämmigen Landsleuten und muslimischen Glaubensbrüdern" endlich Integration einfordern, statt "hanebüchene, pseudowitzige Vergleiche" zu ziehen. Abwerzger forderte Demir sogar zum Rücktritt auf.

Empörung auch bei ÖVP
ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka fand den "Vergleich der Kleidung von Ordensschwestern der Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul, die selbstverständlich nicht ihr Gesicht verdecken, mit Burkaträgerinnen völlig unangebracht".

Auch grüne Mandatare hätten die österreichische Leitkultur zu respektieren, so Lopatka gegenüber der "TT". "Niqab und Burka stehen für Intoleranz und Unterdrückung von Frauen, Ordensgewänder sind Zeichen eines geistlichen Lebens in einer freiwillig gewählten Gemeinschaft", sagte der Klubobmann.

"Botschaft nicht angekommen"
Demir entschuldigte sich kurz darauf auf seiner Facebook-Seite und löschte den betreffenden Aufreger-Beitrag. Er sei falsch verstanden worden, die Botschaft sei "nicht angekommen". Er habe damit nur sagen wollen, "dass es jeder Frau selbst überlassen sein sollte, was sie trägt, solange sie die Kleidung selbstbestimmt, aus eigener Überzeugung, also ohne Zwang, trägt."

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