Do, 13. Dezember 2018

"Blackwater"-Skandal

17.08.2016 16:50

Jetzt ermittelt die Justiz im Kampfflugzeug-Deal

Sollten tatsächlich von Wiener Neustadt Spezialflugzeuge für die "Neutralisierung von Bodenzielen" in den Sudan überstellt werden? Erik Prince, Ex-Chef der berüchtigten Söldner-Firma "Blackwater", sei deshalb in Österreich gewesen, deckte der Grüne Peter Pilz auf. Die Staatsanwaltschaft leitete nun Ermittlungen ein.

Die Anklagebehörde in Wiener Neustadt lässt nun gegen drei Tatverdächtige ermitteln, ihnen droht nach §320 StGB wegen "Verbotener Unterstützung von Parteien bewaffneter Konflikte" eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Details will die Justiz in dieser Causa noch nicht preisgeben.

Der Beginn der Ermittlungen überrascht keinesfalls, denn dieser Deal einer Flugzeug-Firma in Wiener Neustadt mit einem Unternehmen aus Hongkong hat gleich mehrere brisante Aspekte:

  • Erstens seien die in Österreich produzierten gepanzerten und langsam fliegenden "Thrush 510G" für den blutigen Bürgerkrieg im Sudan bestimmt gewesen.

  • Zweitens hätte sich Erik Prince (46), der frühere Boss des aus dem Irakkrieg bekannten Söldner-Unternehmens "Blackwater", zweimal persönlich um den Flugzeug-Deal vor Ort beim Hersteller in Wiener Neustadt gekümmert (wir berichteten).
  • Und drittens war die Stadt Wien über ihre Wirtschaftsagentur und der "Athena Wien AG" an der Firma der Flugzeugbauer beteiligt - somit besteht der Verdacht, dass auch Steuergeld in die Produktion der "Thrush"-Erdkampfflugzeuge floss. Dazu ein Erklärungsversuch aus dem Wiener Rathaus: "Wir können nicht jedes geförderte Start-up-Unternehmen ständig überwachen."
  • "Projekt Mike" in Wiener Neustadt angeleiert
    Prince, Gründer der berüchtigten Söldnerfirma Blackwater, hatte 2014 in Wiener Neustadt unter dem Auftragsnamen "Project Mike" zwei Thrush-510-Agrarflugzeuge durch die Firma Airborne Technologies zu voll ausgerüsteten Kampfflugzeugen umbauen lassen. Eigentlich sind die Propellermaschinen zur Schädlingsbekämpfung gedacht, nach dem Umbau sollen sie aber in der Lage gewesen sein, Ziele auszuspionieren, diese mit Gewehrfeuer zu attackieren oder zu bombardieren.

    Zweimal war der Ex-Söldner dafür selbst in Wiener Neustadt: Er begutachtete dabei die zwei bestellten Flugzeuge auf dem Betriebsgelände der Firma Airborne Technologies. Der Chief Exekutive Officer des Flugzeugherstellers bestätigte das auch in einem Gespräch mit der "Krone".

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