Mi, 21. November 2018

2. Opfer in 11 Tagen

31.07.2016 13:01

Junger Afghane in Fluss unter Wasser gezogen - tot

Ein 23 Jahre alter Asylwerber aus Afghanistan ist am Samstagabend in der Ager bei Redlham in Oberösterreich ertrunken. Der junge Mann war mit Freunden zum Fluss geradelt, um dort zu schwimmen und zu grillen. Beim Versuch, an der Wehranlage in Au mehrere im Wasser treibende Bälle mit einem Holzstock aus der Ager zu fischen, verlor der Mann laut Polizei das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in den Fluss.

Der 23-Jährige wurde sofort abgetrieben. Es gelang ihm, noch ein kleines Stück Richtung Ufer zu schwimmen, bevor er von einem Sog der Wehr erfasst und unter Wasser gezogen wurde. Seine Freunde - drei Landsmänner im Alter von 16 bis 31 Jahren - konnten nur zusehen, wie der Mann verschwand.

Die Feuerwehr Redlham wurde gegen 20.15 Uhr alarmiert und war rasch an Ort und Stelle. "Wir haben uns zunächst schildern lassen, wo der Mann verschwunden ist", sagte Einsatzleiter Markus Forstinger am Sonntag. "Wir haben dann gezielt mit einem Taucher und Zillen eine zweite Wehr ein Stück unterhalb abgesucht."

Opfer aus etwa drei Metern Tiefe geborgen
Im Kraftwerkseinlauf für eine Turbine wurden die Einsatzkräfte rasch fündig. Sie bargen den Mann aus einer Tiefe von ungefähr drei Metern. Für den jungen Afghanen kam aber jede Hilfe zu spät. Die sofort durchgeführten Wiederbelebungsmaßnahmen verliefen ohne Erfolg. Ein Arzt stellte als Todesursache Ertrinken fest. Wie die Polizei mitteilte, liegen keine Hinweise auf Fremdverschulden vor.

"Nicht-Ortskundige unterschätzen oft die Gefahr"
Die Feuerwehr Redlham wies nach dem Unfall auf ihrer Homepage darauf hin, dass die Flüsse besonders im Bereich von Wehranlagen mit den zuletzt herrschenden Niederschlägen eine sehr starke Strömung haben und auch geübte Schwimmer leicht in Gefahr kommen können. "Vor allem Nicht-Ortskundige unterschätzen oft die Gefahr", sagte Forstinger. Im Bereich der Wehranlagen gelte auch ein Badeverbot, welches aber immer wieder missachtet werde.

An der gleichen Wehr war erst am 20. Juli ein junger Leondinger ertrunken. Der 22-Jährige wollte einem Freund, der in einen Sog geraten war, zu Hilfe kommen. Dabei wurde er selbst unter Wasser gezogen und ertrank. Seine Leiche wurde erst am nächsten Tag gefunden.

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