10.02.2016 15:58 |

Bisher 52 Mio. Euro

Misshandelte Heimkinder: Wien beendet Hilfsprojekt

Misshandlungen, Psychofolter, Sex-Attacken - seitdem die schrecklichen Vorfälle in den Heimen der 1950er/60er im Jahre 2010 ans Licht kamen, betreut der Weiße Ring die vielen Opfer. Insgesamt 2870 Meldungen bisher. Nun zieht die Stadt einen Schlussstrich unter das Projekt.

"Die Stadt hat bisher Hilfe um 52 Millionen Euro geleistet", sagt die nun zuständige Stadträtin Sonja Wehsely, die das Projekt der MAG ELF von Christian Oxonitsch übernommen hat. Und verkündet damit das Ende der Hilfsaktion. Gewaltopfer können sich noch bis 31. März an den Weißen Ring wenden, um finanzielle Entschädigung zu bekommen. Nach Projektende bietet die Stadt rechtliche und therapeutische Hilfe an. Im Schnitt wurden bisher 17.000 Euro Unterstützung an die Opfer ausbezahlt.

"Keine Frage des Budgets"
Die Regierung versichert, das Ende sei keine Frage des Budgets. "Für die Opfer steht das Geld nicht im Vordergrund", pflichtet Udo Jesionek, Präsident des Weißen Rings, bei. "Sie wollen gehört und ernst genommen werden." Die unfassbaren Schicksale gehen ihm zum Projektende nahe. Jesionek erzählt nochmal von Kindern, die Erbrochenes aufessen mussten. Von einem Jungen, der nicht zur Beerdigung des eigenen Vaters durfte. Zu psychischer und physischer Gewalt, kommen bei der Hälfte sexuelle Übergriffe dazu. 2.705 Fälle wurden bisher behandelt. In 2048 wurden Entschädigungsgelder ausbezahlt.

Die Aufarbeitung der historischen Katastrophe ist aber trotz Projektende längst nicht abgeschlossen. Alleine seit Beginn 2016 trauten sich 67 neue Opfer zu der Schutzeinrichtung. Die rot-grüne Stadtregierung will sich nun für eine nationale Gedenkzeremonie starkmachen.

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