06.07.2006 10:03 |

Oh, Monitor!

Tipps zum Bildschirm-Kauf

Was ist im und um den PC am Wichtigsten? Viel Arbeitsspeicher, gute Grafik, schneller Prozessor werden viele sagen, wenn’s ums Innenleben im Rechner geht. Außenrum wird man sich wohl schnell auf eines einig werden: Der Monitor ist das Wichtigste am Schreibtisch. Hier spielt sich alles ab und mit der Qualität des Bildschirms steht und fällt der Spaß an Arbeit, Game und Internet. Beim Kauf eines neuen Geräts muss man also einiges beachten!

In den letzten fünf bis zehn Jahren hat sich viel getan am Bildschirmsektor. Die Flatscreens haben dem guten, alten Röhrenmonitor schon ziemlich den Rang abgelaufen und die beinahe Alleinherrschaft am Markt übernommen. Die Technologie wird ständig weiterentwickelt und so kann – ähnlich wie beim PC – auch ein Flachbildschirm schon nach wenigen Monaten zum alten Eisen gehören.

Flachmann oder Röhre?
Die Frage, ob man sich für einem Flachbildschirm oder einen Röhrenmonitor entscheiden soll, stellt sich für viele eigentlich gar nicht mehr. Wer nicht gerade hochprofessionelle Zeichenarbeiten erledigen muss, wird kaum zum klobigen CRT greifen. Zu viele Argumente sprechen dagegen: hohes Gewicht, hoher Stromverbrauch, Platzfresser am Schreibtisch und last but not least, die einem modernen Flachbildschirm oftmals weit unterlegene Leistung im Bereich von Helligkeit, Farbintensität und Auflösungsvermögen. Außerdem produziert so ein Röhrenmonitor unwahrscheinlich viel Wärme, die vor allem im Sommer recht unerwünscht ist.

Flachbild-Technologien
Im Bereich der Flachbildschirme gibt es unterschiedliche Technologien. Die am meisten zur Anwendung kommenden sind Flüssigkristall (LCD) und Plasma. Am Markt haben LC-Displays die Plasma-Schirme, in Produktionszahlen gemessen, schon lang überholt. Die Plasma-Technologie eignet sich nämlich für kleine Diagonalen im Bereich bis 19 Zoll eher weniger und ist am Notebook-Sektor daher so gut wie nie vertreten gewesen. Ihr Anwendungsgebiet ist eher der TV-Sektor.

Liquid-Crystal-Displays, zu Deutsch Flüssigkristallbildschirme, werden im Computersektor in der TFT-Variante hergestellt und in Elektromärkten auch fast nur mehr so benannt. TFT-Displays erzeugen durch eine zusätzliche Schicht im Aufbau, im Unterschied zu normalen LCDs, mehr Helligkeit und liefern bessere Kontraste.

Normales 4:3-Format oder Widescreen?
Die Umstellung aufs Breitbildformat hat mittlerweile auch im Computersektor Einzug gehalten. Im Wesentlichen ist es aber Geschmackssache ob man nun den Computermonitor im Widescreen-Format wählt. Für Multimedia-Freaks und Filmegucker ist es auf jeden Fall empfehlenswert. Bei größeren Bilddiagonalen ab 20 Zoll kann ein Widescreen-Display auch im Büro Vorteile bringen, weil man zum Beispiel zwei MS-Word-Fenster nebeneinander bearbeiten kann. Websites sind aber nach wie vor auf 4:3 Verhältnisse abgestimmt, im Internet bleibt die zusätzliche Displaybreite daher meist ungenützt.

Zahlen, auf die man achten sollte...
Um einen guten respektive zeitgemäßen TFT-Bildschirm beim Kauf von einer lahmen Gurke unterscheiden zu können, müssen nur ein paar Kriterien zutreffen. Durch die rasante Entwicklung sind nämlich noch viele ältere Modelle am Markt, die zwar billig sind, aber technisch längst überholt. Ein guter Flachmann lässt sich in insgesamt fünf Messgrößen beschreiben, die man beim Kauf akribisch prüfen sollte: Reaktionszeit, Auflösungsvermögen, Helligkeit, Kontrast und Blickwinkel.

Reaktionszeit
Sie gibt an, wie schnell das Display Bildsignale darstellen kann. Eine derzeit durchschnittliche Reaktionszeit wäre acht Millisekunden oder sogar weniger. Damit ist beim Gaming und Filmegucken – zumindest vom Bildschirm aus – ein flimmerfreies Spielvergnügen garantiert. Eine längere Reaktionszeit hat ruckelnde Bilder zur Folge, weil das Display mit dem Bildaufbau quasi nicht „nachkommt“ und dämpft vor allem das Multimediavergnügen. Beim normalen Arbeiten in Windows spielt sie aber nahezu keine Rolle, da beim Werken mit Word und Co keine bewegten Bilder entstehen.

Auflösung
Sie ist die beinah wichtigste Größe für alle Arten von Monitore. Die Auflösung beschreibt die vorhanden Bildpunkte, die so genannten Pixel, am Bildschirm. Man kann sie sich als eine Art Sieb vorstellen, wobei es für die Darstellung umso besser ist, je kleiner die Löcher im Sieb sind. Während eine Auflösung von 1024 Pixel in der Breite und 768 Pixel in der Höhe – das gilt jetzt fürs 4:3-Format – für einen Röhrenmonitor noch völlig ausreichend war, wirkt sie auf einem Flachbildschirm körnig und unscharf.

Ein moderner Flachmann sollte also eine maximale Auflösung von 1280 Pixel in der Breite und 1024 Pixel in der Höhe nicht unterschreiten. Für Widescreen-Formate gelten hier mindestens 1280 mal 780 Pixel. Prinzipiell gilt: Je mehr desto besser, da mit fortschreitender Auflösung das dargestellte Signal immer glatter und schärfer wirkt. Bei höheren Auflösungsraten kann es allerdings zu Komplikationen mit alten PC-Games kommen. Neue passen sich die Auflösung immer an ihr Optimum an, bei Titeln, die fünf Jahre oder älter sind, kann es sein, dass man die Auflösung von Hand umstellen muss, um das Spiel anzeigen zu können.

Helligkeit
Der größte Trumpf der modernen Flachmänner ist ihr Leuchtvermögen. Röhrenmonitore leuchten ungleich weniger und verdunkeln sich auch mit der Zeit. Dafür ist es aber umso schmerzhafter, wenn ein „neuer“ TFT diese Eigenschaft nicht besitzt. Die Helligkeit eines Bildschirms wird in der Einheit Candela pro Quadratmeter angegeben. Keine Angst, die Zahlen sind immer rund und als Fixgröße kann eine Helligkeit von mindestens 500 Cd/m2 angenommen werden. Wenn mehr, umso besser!

Kontrast
Wichtiger Faktor für die Bildqualität ist auch das Kontrastverhältnis. Je größer das Verhältnis, desto detaillierter sind die Unterschiede von Hell und Dunkel im Bild, was allgemein zu besserer Farbwiedergabe führt und vor allem beim Betrachten von Bildern und Filmen ins Auge sticht. TFTs mit einer Kontrastrate von unter 1:800sollte man tunlichst im Regal belassen. Es ist aber derzeit nach oben hin so gut wie alles offen, sprich es sind auch Displays mit Kontrastraten von 1:1400 erhältlich.

Qualitätsfaktor: Betrachtungwinkel
Ein gutes Statement zur Qualität eines Flachbildschirms liefert der Betrachtungswinkel. Technologiebedingt lassen sich LC- und Plasma-Displays nämlich nicht von allen Seiten betrachten. Sieht man von der Seite auf den Bildschirm, verschwindet das Bild. Ein hoher Betrachtungswinkel von in etwa 175° – also fast senkrechte Blickrichtung – ist daher vor allem ein Zeichen für Qualität, weil er auch schweigende Auskunft über den Entwicklungsstand des Displays geben kann.

Gütesiegel TCO
Seit den frühen 90ern gilt das TCO-Siegel als Qualitätsmerkmal vor allem für Bildschirme, aber auch Tastaturen und Mäuse. Es prüft vor allem die ergonomische Verträglichkeit eines Bildschirms. Benannt sind die Standards nach den Jahren, in denen sie eingeführt wurden. Ein Bildschirm, der das Siegel TCO’03 trägt, ist zum Beispiel in der Höhe verstellbar und hat meistens ein helles Gehäuse, was als augenverträglicher gilt. Beim vorletzten Standard TCO’99 waren diese beiden Kriterien zum Beispiel noch nicht zu erfüllen. Um das TCO-Siegel zu erhalten, dürfen Hersteller auch bestimmte Strahlungswerte nicht überschreiten und müssen außerdem für gleichmäßige Ausleuchtung des Displays sorgen.

Last but not least: Anschluss und Grafikkarte
Moderne Flachbildschirme sollten heutzutage über einen digitalen Anschluss, genannt DVI, verfügen. Die digitale Signalübertragung ermöglicht bessere Farben, schnellere Wiederholraten und ist insgesamt weniger störanfällig. Allerdings muss die Grafikkarte im PC ebenfalls über dieses Technologie verfügen. Ansonsten bleibt nur der Anschluss mit dem herkömmlichen VGA-Stecker übrig. Hier bleiben allerdings einige Informationen auf der Strecke, zum Beispiel können HD-Signale über VGA nicht ausreichend übertragen werden.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet...
Letztendlich kommt es bei der Kaufentscheidung abseits des Preises immer auf das spätere Einsatzgebiet eines Monitors an. Wer „nur“ im Internet surft und hin und wieder ein paar Zeilen tippt, wird gewissen Kriterien wie der Reaktionszeit keine Bedeutung beimessen, dafür aber auf Ergonomie und somit das TCO-Gütesiegel achten. Der Gamer wird sich dafür mit einem Display unter 19 Zoll kaum etwas anzufangen wissen und sich dafür relativ wenig um den

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