Mo, 20. August 2018

Fit und gestärkt

06.11.2015 17:00

So gesund ist Sex!

Warum körperliche Liebe nicht nur der Fortpflanzung dient – Frauenarzt Univ.-Prof. Dr. Erich Müller-Tyl im Interview mit der "Krone".

"Krone": Der Nutzen von sexueller Betätigung reicht weit über das Schlafzimmer hinaus - eine klare, längst wissenschaftlich gesicherte Aussage. Dass Sex grundsätzlich angenehm ist (sein soll), spürt man ja. Was aber profitieren wir für unsere Gesundheit, Herr Prof. Müller-Tyl?
Müller-Tyl: Die ganze Gesellschaft hat zum Beispiel ihren Nutzen durch die positiven Auswirkungen auf das Immunsystem: Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass ein- bis zweimal Sex pro Woche die Körperabwehr gegen Infekte widerstandsfähiger macht. Sexuell aktive Personen haben daher nachweislich weniger Krankenstandstage.

"Krone": Welchen Nutzen ziehen speziell Frauen von Sex aus medizinischer Sicht?
Müller-Tyl: Regelmäßiger Geschlechtsverkehr verbessert die Empfindungsqualität und steigert die Libido (sexuelles Verlangen). Dadurch wiederum werden Funktionen der Scheide wie Feuchtigkeit, Durchblutung und Dehnbarkeit verbessert. Aber auch eine bei Frauen im Laufe des Lebens häufig auftretende Blasenschwäche kann durch das Zusammenziehen der Beckenbodenmuskeln beim Orgasmus deutlich gemindert werden!

"Krone": Und die Männer?
Müller-Tyl: Das ist nicht weniger spektakulär: Männer mit mindestens zweimal Sex pro Woche sterben halb so oft an Herzerkrankungen! Weiters lassen sich körperliche Schmerzen erträglicher gestalten - durch Substanzen, die bei erotischer Betätigung freigesetzt werden, steigt die Schmerzschwelle.

"Krone": Klingt gut, aber ist das alles?
Müller-Tyl: Nein. Häufiger Samenerguss kann zudem das Risiko für Prostatakrebs reduzieren. Durch Ausschüttung des Hormons Prolaktin beim Sex wird durch die anschließende Entspannung die Schlafbereitschaft gefördert - was manche Frauen freilich nicht als erstrebenswert empfinden. Hier ist die gute Nachricht für beide, dass durch die Nähe zum Partner/zur Partnerin Hormone freigesetzt werden, die Stress und Ängste abbauen sowie Selbstwert- und Glücksgefühl aufbauen helfen.

"Krone": Viele Menschen - wohl vorwiegend Männer - sehen Sex sehr stark als sportliche Betätigung. Gibt es für diese Annahme eine echte Basis?
Müller-Tyl: Nun, es wird nachweislich der Blutdruck gesenkt. Also gibt es eine Kreislaufwirkung. Sex stellt zwar tatsächlich eine Form der körperlichen Ertüchtigung dar, ersetzt aber echten Sport bestimmt nicht! Während man beim Fernsehen pro Minute eine Kalorie verbrennt, sind es beim Sex halt fünf Kalorien. Wie erwähnt, werden aber das Herz gestärkt und zahlreiche Muskeln aktiviert sowie die Sexualhormone Östrogen und Testosteron in Balance gehalten.

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