27.06.2006 15:21 |

Hände transplantiert

Bombenopfer kann beide Spenderhände bewegen

Einen Monat nach der Transplantation beider Hände an der Innsbrucker Universitätsklinik kann das ukrainische Bombenopfer Vasyly Rohovyy schon alle Finger strecken und auf der linken Hand auch beugen. Am meisten freute sich der Student auf "Kochen, Essen, Anziehen, Bügeln und Lieben - das Leben", sagte er am Dienstag in Innsbruck.

Dem Patienten gehe es "den Umständen entsprechend gut", zeigte sich Hildegunde Piza, Vorstand der Universitätsklinik für Plastische Chirurgie zufrieden mit dem Heilungsprozess von Vasyly. "Er ist unglaublich diszipliniert", attestierte sie dem 25-Jährigen.

Mit der physikalischen Therapie sei bereits vor zwei Wochen begonnen worden. Einige Wochen müsse der Patient noch stationär behandelt werden. Danach werde er "noch bis zu einem Jahr fernbetreut", sagte Marina Ninkovic, Leiterin der Physikalischen Medizin der Universitätsklinik für Chirurgie.

Durch den Einsatz eines "immunsuppressiven Regimes" sollen auch noch späte Abstoßungsreaktionen vermieden und Medikamente reduziert werden. "Das kommt zum ersten Mal bei einer Handtransplantation zur Anwendung", sagte Stefan Schneeberger, Facharzt der Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie.

Patient lächelt trotz Schmerzen
Spüren könne er seine Hände noch nicht, aber selbstverständlich habe er Schmerzen, sagte der 25-Jährige. Hinter seinem Mundschutz schien er aber trotzdem zu lächeln, während er stolz seine Hände über den Kopf hob, um sie den anwesenden Journalisten zeigen. Er habe sich schon an die neuen Hände gewöhnt, sagte der Patient: "Jetzt sind es meine Hände und ich werde sie schützen bis ans Ende!" Im Herbst will Vasyly wieder studieren. "Deutsch, Englisch und Italienisch. Wenn es eine Möglichkeit gibt, in Innsbruck", hoffte der Ukrainer.

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