03.06.2006 14:55 |

Vulkanausbruch

Erdbebenopfern droht nächste Katastrophe

Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java droht den Überlebenden die nächste Katastrophe: Die Aktivität des Vulkans Merapi nimmt immer mehr zu. Der 3.000 Meter hohe Berg schleuderte am Samstag abermals heiße Wolken aus Gas und Asche in die Luft, glühende Lava floss seine Abhänge hinab. Experten befürchteten zudem eine Ausbreitung der Vogelgrippe im Bebengebiet.

Wissenschaftern zufolge wuchs die Lavakuppel über dem Gipfelkrater des Merapis binnen einer Woche um 17 Meter auf einen Durchmesser von rund 100 Metern an. Sie sei instabil und drohe einzustürzen. Die Behörden warnten davor, den vorgegebenen Sicherheitsabstand zum Vulkan von rund sieben Kilometern nicht einzuhalten.

Aus diesem Umkreis wurde die Bevölkerung schon vor geraumer Zeit in Sicherheit gebracht. Besorgte Bewohner vollzogen religiöse Rituale in der Nähe des Vulkans, um einen Ausbruch zu verhindern. Bei der letzten Eruption 1994 hatten die heißen Gaswolken 60 Menschen das Leben gekostet.

Ausbreitung der Vogelgrippe befürchtet
Mehr als 100 Überlebende des Bebens der Stärke 6,3 vom 27. Mai hätten in Hühnerställen Zuflucht gesucht, teilte eine britische Hilfsorganisation mit. Hieraus ergebe sich ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Die Organisation bat um die Bereitstellung von mehr Zelten für die rund 650.000 Menschen, die infolge des Erdbebens obdachlos wurden.

Nachbeben versetzt Bevölkerung in Angst und Schrecken
Unterdessen wurde die Bevölkerung im Katastrophengebiet von einem neuen Erdstoß in Angst und Schrecken versetzt. Das Nachbeben in der Nacht zum Samstag erreichte aber nur die Stärke 3,4 auf der Moment- Magnitude, wie die Behörden mitteilten. Das schwere Beben eine Woche zuvor hat mehr als 6.200 Menschen in den Tod gerissen, rund 30.000 wurden verletzt.