Verkehrs-Protest

Autobahnen für Stunden blockiert

Österreich
26.05.2006 22:47
Es war der Tag der Autobahnblockaden: Die Brennerautobahn (A13) in Tirol und die Südautobahn (A2) in der Steiermark und im Burgenland sind am Freitagmittag gesperrt worden. Grund für die Blockaden waren Protestaktionen von Transitgegnern bzw. Umweltschützern. Während die Sperre auf der A13 sogar bis Mitternacht dauerte, wurde jene auf der A2 knapp nach 16.00 Uhr ohne Zwischenfälle beendet.

Auf der Brennerautobahn wurden seit 12.30 Uhr Pkw an den Abfahrten Brennersee (Nordtirol), beziehungsweise Brennerbad (Südtirol) auf die Bundesstraße abgeleitet. Für Lkw gab es während der Blockade überhaupt kein Durchkommen. Die Schwerfahrzeuge wurden bei Nößlach und Sterzing auf Parkplätze abgeleitet. Die etwa 60 Bürgerinitiativen unter Führung des Transitforums wollten mit einem so genannten "Brenner-Memorandum" auf Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Pkw- und Lkw-Verkehrs hinweisen.

Für die Strecke Rosenheim-Verona forderten die Transitgegner unter anderem ein Lkw-Nachtfahrverbot zwischen 22 und 5 Uhr, ein Transportverbot für Müll, Abfälle oder Schrott auf der Straße, eine Mauterhöhung auf 65 Cent pro Lkw und Kilometer sowie intensive Kontrollen der Schwerfahrzeuge. Das Erhalten der Region mitten in Europa als Lebens- und Wirtschaftsraum stehe im Mittelpunkt, hieß es.

A2 zwischen Bad Waltersdorf und Ilz gesperrt
Umweltschützer und Bürgerinitiativen haben am Freitagnachmittag rund drei Stunden lang die Südautobahn in der Oststeiermark zwischen Ilz und Bad Waltersdorf blockiert, um gegen den geplanten Bau der Fürstenfelder Schnellstraße (S7) protestieren. Auf den Ausweichrouten kam es teils zu Staus und zähem Verkehr. Auf der gesperrten Fahrbahn hingegen herrschte Volks- und Dorffest-Charakter. Ein Bauer nahm sogar seine Kuh mit zum Protest.

Mit Fortdauer des Nachmittags begannen die Demonstranten die Fahrbahnen zu räumen. Laut einem Mitveranstalter der Blockade, hatten sich rund 300 Menschen an der Aktion beteiligt. Im Einsatz rund um die beiden weiträumig gesperrten Richtungsfahrbahen der A2 standen rund 60 Polizisten mit mehreren Fahrzeugen, unterstützt von einem Hubschrauber des Innenministeriums.

Kritik an Blockaden
Kritik an den Straßenblockaden blieb nicht aus. Heftig waren Wirtschaftskammer und steirisches BZÖ gegen die A2-Blockade aufgetreten: Erstere sprachen von "Behörden-Zuständen wie im Ostblock", zweitere "empört" von einer "Zumutung". Eine Minderheit stoße die "unbestreitbare Mehrheit der Bevölkerung vor den Kopf". Der Spartenobmann Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Steiermark, Franz Glanz, kritisierte den "Kniefall der Bezirkshauptmannschaft vor den Blockierern".

Kritik an den Autobahn-Blockaden kam am Freitag auch von Verkehrsminister Gorbach. "Mit Straßenblockaden trifft man nur den unbeteiligten Verkehrsteilnehmer und die Wirtschaft und sorgt für zusätzlichen Verkehr auf den Ausweichrouten. Diese oppositionelle Blockadepolitik bietet keine Lösungen", sagte er.

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