Crash gegen Baum

Mädchen stieg kurz vor Unfalldrama aus

Österreich
26.05.2006 19:42
Sie saß mit ihren drei Freunden auf der Rückbank und entkam im Gegensatz zu drei Freunden dem Todesdrama von Kirchberg am Wechsel - Michaela L. (16). Das Mädchen stieg Minuten, bevor der Wagen der Jugendlichen gegen einen Baum flog, aus dem überbesetzten Pkw aus. Nach der Tragödie steht der ganze Ort weiter unter Schock.

Der Maibaum in Kirchberg am Wechsel steht noch immer. Die geplante "Umschnitts-Feier" wurde abgesagt. Niemandem im Ort ist nach dem tragischen Unfall vor zwei Tagen nach Feiern zumute. "Unser Pfarrer hat einmal gesagt: Menschen brauchen stets einen Dämpfer, um zu erkennen, wie wertvoll das Leben eigentlich ist. Nun weiß ich, was er damit gemeint hat", so die Mutter des verunglückten Florian H. mit Tränen in den Augen.

Während zwei der leichter verletzten Jugendlichen das Krankenhaus Neunkirchen (NÖ) wieder verlassen durften, ist auch der 18-jährige Michael T. - sein Bruder kam bei dem grauenvollen Unfall ums Leben - bereits über den Berg. Dem Tod offenbar in letzter Minute entronnen sein dürfte Michaela L. Die 16-Jährige war ebenso auf der feucht-fröhlichen Maibaum-Feier und saß anschließend zusammen mit den sechs Burschen im "Todes-Auto".

Demnach befanden sich also sieben (!) und nicht sechs junge Menschen in dem Auto - bevor das Mädchen (nur ein paar Meter vom Unfallort entfernt) vor ihrem Elternhaus ausstieg und sich von ihren Freunden verabschiedete. Bei dreien sollte es ein Abschied für immer werden. Michaela weiß, wie knapp sie selbst der Tragödie entkommen ist - freuen kann sie sich darüber jedoch nicht. Schock und Trauer überschatten ihre Gedanken.

Unklar bleibt weiter, wer nun wirklich am Steuer saß. Der mutmaßliche Fahrer fühlte sich noch nicht zu einer Befragung im Stande. Doch sind Schuldzuweisungen im Moment ohnehin das Letzte, woran Angehörige und Bekannte der Toten denken: "Egal, wer gefahren ist, wir haben sehr gute Freunde verloren. Das zu realisieren, ist schwer genug", so drei Jugendliche, die an der Unfallstelle der Opfer gedenken.

Klaus Loibnegger und Peter Tomschi, Kronen Zeitung

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