Jüngster Informant

Mafia-Prozess: Sohn (11) sagt gegen Vater aus

Ausland
28.09.2015 12:10
Ein Elfjähriger ist in Italien laut Presseberichten zum jüngsten Anti-Mafia-Informanten aller Zeiten geworden. Er sei der Sohn des im Oktober des Vorjahres inhaftierten 'Ndrangheta-Bosses Gregorio Malvaso und sage nun gegen seinen eigenen Vater aus, berichtete die Zeitung "La Repubblica" aus San Ferdinando, einem Küstenort nahe der Zehenspitze des italienischen Stiefels.

"Natürlich weiß ich, was ein Mafioso tut, er handelt mit Drogen, er schießt, das ist normal", zitierte die Zeitung den Buben. Die 'Ndrangheta ist eine kriminelle Organisation in der südlichen Region Kalabrien, vergleichbar mit der Camorra in Neapel oder der Cosa Nostra in Sizilien. Oft wird sie als die inzwischen mächtigste dieser Banden in Italien beschrieben. Im Drogenhandel, in der Geldwäsche und anderen illegalen Geschäften ist sie längst weltweit tätig.

Laut der Zeitung wurde auch der Bub zum Mafioso erzogen, doch nach der Festnahme des Vaters vertraute sich die Mutter den Behörden an und brachte den Sohn dazu, das ebenfalls zu tun. Über das Kind habe die Polizei unter anderem die frühere SIM-Karte des Vaters mit wichtigen Kontaktdaten bekommen.

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