Cooper führt diesmal einen gnadenlosen Rachefeldzug, um die Mörder seines Bruders der Gerechtigkeit des rauen Westens zuzuführen. Mit dabei sind wieder alte Bekannte wie die schöne Kate O'Hara, Sam Williams und Pablo Sanchez und Doc McCoy. Neu mit von der Partie ist die Rothaut Hawkeye, welche sich im Lauf des Spiels der Gruppe anschließt.
Die gute Steuerung wurde im Vergleich zum Vorgänger glücklicherweise nicht viel verändert, wodurch sich Desperados-Veteranen sofort problemlos ins Geschehen stürzen können. Neulinge bekommen in den Anfangsmissionen wertvolle Tipps, die vermeiden, dass schnell der erste Frust aufkommt.
Das stark an "Commandos" erinnernde Gameplay erfordert mehr als nur stupides Geballer. Vielmehr ist taktisches Geschick gefragt, um die verschiedenen Fähigkeiten gekonnt zu kombinieren. So ist Kate eine Meisterin der Verführung, so dass Cooper ihre willenlosen Opfer ohne viel Aufwand ins Land der Träume befördern kann. Doc setzt neben seinen Heilfähigkeiten auf seine bewährte Gaspistole, die jeden Gegner sofort betäubt.
Hawkeye schwingt seinen Tomahawk und versetzt den Feind mit seinem Kriegsgeheul in Angst und Schrecken, während Sanchez dank der Geisel Alkohol, diesmal in der Gestalt von Tequilla, so manchen Amoklauf provoziert. Sam hingegen ist glücklich wenn nur irgendetwas in die Luft fliegt und er sein geliebtes TNT verwenden kann.
Bei den Missionen muss immer bedacht werden außerhalb des Sicht- und Hörbereichs der Gegner zu operieren und diese gezielt der Reihe nach auszuschalten. Teilweise lässt sich dies leider nur mit etwas Probieren lösen, wodurch die gespeicherten Spielstände schnell zum besten Freund werden und einem so mancher Fluch über die Lippen kommt.
Als absolute Neuheit gibt es nun einen echten 3D-Modus, in dem man in bester Shooter-Manier durchs Gelände pirscht. Trotz der guten Grafik und der enthaltenen Physik-Engine bietet er auf Dauer keinen echten Mehrwert, denn man sieht die Gegner viel zu spät und auch die Übersicht geht komplett verloren. Ab und an ein klassisches Duell in dieser Ansicht macht allerdings schon eine Menge Spaß.
Die Grafikpracht, die atmosphärischen Soundeffekte und die recht gut gelungene deutsche Übersetzung, wobei für Kate eine ziemlich sexy klingende Stimme gefunden wurde, haben ihren Preis, der sich in lähmend langen Ladezeiten niederschlägt.
Fazit: "Desperados 2" ist eine gelungene Fortsetzung, die auf bewährte Elemente setzt und mit dem 3D-Modus ein wenig Shooter-Feeling aufkommen lässt. Genau diese Neuerung ist gleichzeitig auch die Schwäche des Spiels, denn für das scheinbar angestrebte Ziel, den Spieler ähnlich wie bei "Splinter Cell" agieren zu lassen, fehlt es noch am richtigen Feinschliff. Fans des ersten Teils werden sowieso schon zugegriffen haben und für alle anderen kann es nur heißen: "Sattelt die Pferde, Gringos!"
Plattform: PC (gestestet)
Publisher: Atari
Krone.at-Wertung: 90%
von Harald Kaplan










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