Spital umgebaut

Erste Bewohner für neues Pflegehaus

Österreich
25.09.2015 18:16
Getrude Bittner, geboren 1923, hat ihr Leben lang gearbeitet. Mit 15 Jahren stand sie als Schuhmacherin im Geschäft, übte den Beruf jahrzehntelang aus. Bis es irgendwann nicht mehr ging. Ihren Lebensabend wird Frau Bittner nun im neuesten Pflegewohnhaus Wiens verbringen.

Am Gelände des ehemaligen Kaiserin-Elisabeth-Spitals bezieht sie kommende Woche als eine der ersten BewohnerInnen das neue Haus. Die Einrichtung wird in den kommenden Monaten  bis zu 328 betagte Menschen aufnehmen, die auf medizinische Betreuung rund um die Uhr angewiesen sind. Und jeder dieser 328 Plätze wird benötigt.

Denn die Wiener werden immer älter: Rund jeder fünfte Stadtbewohner ist bereits über 60 Jahre alt, ein Trend, der sich laut Demografen fortsetzen wird. Daher fördert die Stadt Wien Projekte wie dieses. Nicht nur stellt sie den Grund für das Wohnhaus zur Verfügung, sie schoss auch zehn Millionen Euro zu.

Heller Innenhof: Moderner Bau auf historischem Grund (Bild: KAV/Eva Kelety)
Heller Innenhof: Moderner Bau auf historischem Grund

Frau Bittner, die bis jetzt in einem Geriatriezentrum in Klosterneuburg untergebracht war, freut sich auf den Umzug. "Die Schwestern und Pfleger in Klosterneuburg haben mich wieder  gesund gemacht. Aber freuen tu ich mich trotzdem darauf, dass ich wieder nach Wien komme."

Das "Wiener Geriatriekonzept"
Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Die Betreuung durch Angehörige geht zurück, immer öfter übernehmen professionelle Stellen die Pflege. Diese müssen sich seit 2007 an das "Wiener Geriatriekonzept" halten, welches auf vier Eckpunkten fußt:

  • ambulante vor stationärer Betreuung
  • regional ausgewogene Verteilung der Pflegeeinrichtungen
  • leistbare Angebote an Pflege und Betreuung
  • hohe Qualität der angebotenen Leistungen
(Bild: wien.gv.at)

Historischer Standort beim Meiselmarkt
Das 1890 errichtete Kaiserin-Elisabeth-Spital (KES) gehörte zu den ältesten Krankenhäusern Wiens und war damals das größte Vororte-Spital der Region. Im Zweiten Weltkrieg litt es aufgrund seiner Nähe zum Westbahnhof stark unter Bombenangriffen der Alliierten, schaffte es aber immer, die Patienten rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Im Laufe der Jahre spezialisierte sich das Spital unter anderem auf Schilddrüsenoperationen und erzielte auf dem Gebiet große Erfolge, bis es 2012 aufgelöst und die Mitarbeiter auf andere Wiener Gemeindespitäler, wie etwa in die Krankenanstalt Rudolfstiftung oder das Wilhelminenspital, aufgeteilt wurden. An seinem Ort entstand das oben beschriebene Pflegewohnheim Rudolfsheim-Fünfhaus, das 328 chronisch kranke und hoch betagte Menschen aufnehmen können wird.

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