19.05.2006 18:40 |

Mordfall Deubler

Schlampige Ermittler sollen zahlen

1993 war die Taxilenkerin Claudia Deubler ermordet worden, ihr vermeintlicher Möder Peter Heidegger saß acht Jahre unschuldig im Gefängnis. Ihm wurden 950.000 Euro Haftentschädigung zugesprochen. Einen Teil davon – vier mal 40.000 Euro – will sich nun der Staat von den Kriminalisten zurückholen.

Sechs Gendarmen der damaligen Kriminalabteilung des Salzburger Landesgendarmeriekommandos waren im neu aufgerollten Prozess im Jahr 2003 von Heideggers Verteidiger wegen Amtsmissbrauchs, Urkundenunterdrückung und -fälschung sowie falscher Beweisaussage angezeigt worden. Zu Beginn dieses Jahres wurde aber das Verfahren eingestellt, weil die meisten Vorwürfe des Falles aus dem Jahr 1993 bereits verjährt waren.

Zu früh, zu schlampig
Was wurde den Beamten vorgeworfen? Beispielsweise sind 39 Beweisunterlagen dem Gericht erst im Jahr 2001 übergeben worden. Weiters hat die Gendarmerie damals den Medien bereits vor Ende der Einvernahme Heideggers von einem Geständnis berichtet.

Staatsanwälte bleiben ungeschoren
Die Finanzprokuratur bestätigte, dass von vier damaligen Ermittlern jeweils 40.000 Euro gefordert werden. In Polizeikreisen führt diese Vorgangsweise allerdings zu großer Verwunderung, weil die Staatsanwälte, die zwei Mal Anklage gegen Heidegger erhoben haben, offenbar ungeschoren bleiben.

Wahren Täter gestanden Tage nach dem Mord
Die damals 28 Jahre alte Taxilenkerin Claudia Deubler war am 5. Juli 1993 in Wals bei Salzburg erschossen und beraubt worden. Zwei Tage später wurde Heidegger verhaftet und dann zu 20 Jahren Haft verurteilt. Bereits wenige Tage später schilderte ein junger Mann, dass er dabei war, wie sein Freund Tomi S. den Mord verübt habe. Die beiden sind inzwischen wegen Mordes bzw. Beihilfe angeklagt. In einem neu aufgerollten Verfahren wurde Heidegger 2003 wegen erwiesener Unschuld freigesprochen.

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