Jetzt ist's offiziell

Das BZÖ nominiert Peter Westenthaler

Österreich
22.05.2006 18:03
Das BZÖ hat Peter Westenthaler am Montag zum Spitzenkandidaten und Parteichef nominiert - die endgültige Kür soll bei einem Parteitag im Juni erfolgen. Außerdem soll der frühere FP- Klubchef als "Chefkoordinator" die Arbeit der Regierung leiten. Gleich zum Auftakt setzte es einen Generalangriff Westenthalers auf seine alte Partei, die FPÖ. Von den Oppositionsparteien hagelte es Kritik.

Im September 2002 hatte sich Westenthaler mit einem "Adieu" aus der Politik verabschiedet. Am Montag meldete er sich mit einem "Bonjour" zurück. Der Streit mit Haider ist seinen Angaben zufolge vergeben und vergessen: Man habe sich "ausgeredet", meinte Westenthaler. Mittlerweile sei klar, "dass jene, die damals gezündelt haben, jetzt in der Spitzenetage der FPÖ sitzen."

Die FPÖ war denn auch Hauptangriffsziel des neuen orangen Spitzenmannes, der seine alte Partei "im rechten Eck" und das BZÖ als "besseres Angebot an die freiheitlichen Wähler" sieht. Daher strebe er die "Wiedervereinigung am Wählerspektrum" an, sagte Westenthaler und warb vor einem ganz in FPÖ-Blau gehaltenen Schriftzug "Comeback für Österreich" um freiheitliche Wählerstimmen.

Meinungsforscher sehen bessere Chancen für BZÖ
Für den Politologen Peter Pelinka könnte diese Strategie durchaus aufgehen: "Er hat eine Attraktivität für die Kernschichten der Freiheitlichen Partei", sagte Pelinka. Der Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer vom OGM-Institut sieht die Chancen des BZÖ mit Westenthaler "wesentlich gestiegen".

Thematisch setzt Westenthaler auf bereits bisher vom BZÖ Bekanntes - die Themen Sicherheit und Ausländer (letzteres unter dem alten FP- Motto "Österreich zuerst") sowie auf Soziales und Mittelstandsförderung. Für die Nationalratswahl im Herbst sieht er sein BZÖ "gut gerüstet" und hofft auf ein Ergebnis "weit jenseits" der vier Prozent-Hürde.

Strache: "Kofferträger als Hoffnungsträger"
FPÖ-Obmann Strache reagierte mit einer Gegenattacke auf die Angriffe Westenthalers: Er bezeichnete den "Hoffnungsträger" Westenthaler als "Haiders Kofferträger von einst", der sich "charakterlos" verhalten habe. "Eine Wiedervereinigung kommt für uns nie und nimmer in Frage", so Strache.

Die SPÖ fordert nach der Kür Westenthalers "ehestbaldige Neuwahlen". Die Regierung sei ohnehin nur mit sich selbst beschäftigt, kritisierte Bundesgeschäftsführerin Bures. Für FP- Generalsekretär Vilimsky ist Westenthaler "ein Symbol für eine Politik der Vergangenheit".

Grünen fordern Veto von Schüssel
Und Grünen-Parteichef Van der Bellen forderte ein Veto von Bundeskanzler Schüssel gegen das mögliche Aufrücken Westenthalers in die Regierung. Nationalratspräsident Khol wünschte Westenthaler "alles Gute und viel Glück".

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele