Mitten in einer Ortschaft im Tiroler Lechtal ist in der Nacht auf Mittwoch zum ersten Mal der zwei Meter große Braunbär gesichtet worden. Zuvor hatte er zwei Bienenstände aufgebrochen. Bei dem Honigdieb dürfte es sich um "JJ2", ein zweieinhalbjähriges Tier aus dem Wiederansiedlungsprojekt im Trentino handeln. In den Tagen zuvor ist der Bär schon in Vorarlberg unterwegs gewesen.
Bär sollte vorsichtiger sein
Für WWF-Bärenanwalt Walter Wagner war es "klar und für den genetischen Austausch zwischen den Tieren erwünscht", dass der Braunbär irgendwann in Tirol auftaucht. Allerdings sollte er ein wenig mehr Angst vor Menschen zeigen. Wagner plädierte dafür, "JJ2" mit einem Sender auszustatten, seinen Aktionsradius aber nicht einzuschränken. Der ungewöhnliche Name "JJ2" setzt sich übrigens aus den Vornamen seiner Eltern José und Jurka zusammen.
Tierschützer wollen den Braunbären etwa mit Warnschüssen von besiedelten Gebieten oder gefährlichen Stellen wie Autobahnen fern halten. Der WWF startete 1989 ein Artenschutzprogramm für die Bären, die auch in Österreich seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet galten. Seitdem ist die Population in Österreich auf knapp 30 Tiere angewachsen.
Schafe gerissen
In Gargellen bzw. St. Gallenkirch (Montafon) war der Bär in der vergangenen Woche nachts in Ställe eingebrochen. Dort riss er ein Schaf und einen Widder und verletzte zwei Schafe so schwer, dass sie eingeschläfert werden mussten. Zuletzt war "JJ2" in Galtür im Tiroler Paznauntal gesichtet worden.










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