Aus Partei geworfen

Tschechischer Politiker nennt A4-Tote “Dreck”

Ausland
01.09.2015 19:29
Ein tschechischer Regionalpolitiker hat mit einem Kommentar über die Flüchtlingstragödie auf der A4 im Burgenland für Empörung gesorgt. Daniel Kalenda von der mitregierenden Volkspartei KDU-CSL kommentierte den Tod der 71 Flüchtlinge auf Facebook mit schockierenden Worten und sprach von "Pöbel und Dreck", der in Europa "nichts zu suchen" habe. Die Partei reagierte rasch und schloss Kalenda mit sofortiger Wirkung aus ihren Reihen aus.

"Mein Gott, 71 Tote auf der Autobahn in Österreich. Sollten wir vielleicht weinen?", hatte Kalenda auf Facebook gepostet. "Die Welt ist angeblich erschüttert, ich trauere aber nicht. Es tut mir nicht leid. Überhaupt nicht! Es handelt sich um Pöbel, Dreck und Elemente, die hier nichts zu suchen haben", so Kalenda weiter.

Partei geht auf Distanz
Seine Partei reagierte empört. Parteichef und Vizepremier Pavel Belobradek distanzierte sich deutlich von Kalendas Aussagen. Diese stünden "im Widerspruch zu den Prinzipien unserer Politik", so Belobradek. Wenig später wurde der Beschluss gefasst, Kalenda aus der Partei zu werfen.

Im Sommer 2015 wurden zwischen Parndorf und Neusiedl Dutzende tote Flüchtlinge in einem Kühl-Lkw entdeckt. (Bild: AP)
Im Sommer 2015 wurden zwischen Parndorf und Neusiedl Dutzende tote Flüchtlinge in einem Kühl-Lkw entdeckt.
(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Kalenda will in Zukunft "weniger saufen und mehr denken"
Kalenda selbst entschuldigte sich und begründete seinen mittlerweile gelöschten Kommentar mit Trunkenheit. "Weniger saufen, mehr denken und erst dann etwas tun", versprach der Politiker aus dem nordböhmischen Liberec und trat von seinen Parteiämtern zurück.

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