12.05.2006 19:24 |

Urteil gefällt

Drei Jahre für Ex-Libro-Chef Rettberg

Der ehemalige Libro-Generaldirektor Andre Rettberg ist am Freitagabend im Landesgericht Wiener Neustadt wegen versuchter betrügerischer Krida zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt worden. Zur Last gelegt war Rettberg worden, sein privates Vermögen mittels geschickter Transaktionen verheimlicht und damit vor dem drohenden Zugriff der Libro-Gläubiger bewahrt zu haben.

Im Sinne der Anklage schuldig gesprochen wurde auch der mitangeklagte 38-jährige Wirtschaftsanwalt. Dieser erhielt ebenfalls drei Jahre Haft, davon allerdings ein Jahr unbedingt. Bei ihm wurde als besonderer Erschwerungsgrund der Umstand heran gezogen, "dass er strafbare Handlungen als Rechtsanwalt und Rechtsberater begangen hat", so Richterin Birgit Born in ihrer Urteilsbegründung.

Die Verteidiger der beiden Angeklagten erbaten Bedenkzeit. Staatsanwalt Johann Fuchs gab zu beiden Urteilen vorerst keine Erklärung ab.

Rettberg wurde in den zentralen Anklagepunkten schuldig erkannt. "Der Senat geht davon aus, dass Privatvermögen vorhanden gewesen ist. Wir sind überzeugt, dass der Gewinnschein werthaltig war und dass versucht worden ist, diesen den Gläubigern zu verheimlichen", stellte die vorsitzende Richterin in einer erstaunlich knappen Urteilsbegründung fest.

Rettberg zeigte sich nach der Urteilsverkündung entrüstet. Die richterliche Entscheidung sei "nicht demokratisch", meinte er. Wesentlichen Beweisanträgen sei nicht Folge geleistet, Zeugen übergangen worden: "Eine Farce! So etwas würde es in Holland nicht geben!"

Foto (c) Andi Schiel

Freitag, 18. Juni 2021
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