Kokain-Besitz

Fendrich-Prozess beginnt noch vor Weihnachten

Österreich
22.11.2006 17:20
Weihnachten wird für Austropopper Rainhard Fendrich mit Sicherheit alles andere als erfreulich, und "Let It Snow" wird er wohl auch nicht singen: Der Prozess gegen Fendrich wegen Kokainbesitzes und in einigen Fällen -weitergabe startet noch vor den Feiertagen. Voraussichtlicher Prozessbeginn ist der 21. Dezember, wie Anwalt Manfred Ainedter bestätigte. Fendrich drohen bis zu sechs Monate Haft.

Fendrichs Verteidiger Manfred Ainedter sagte, dass der Punkt der Drogenüberlassung auf der Aussage eines Zeugen - eines Schneiders "in dessen fünfter Einvernahme" - basiere, der erst unlängst wegen Betrugs, Körperverletzung und Erstellung eines falschen Vermögensverzeichnisses verurteilt wurde.

"Mein Mandant unterliegt laut Spruch des Oberlandesgerichts offenbar dem so genannten Prominenten-Malus", sagte der Anwalt. Unter anderem sei in der Begründung des Oberlandesgerichts für die Rechtskraft die Rede, dass Fendrich ein Idol für viele Jugendliche sei und ein Vorbild als österreichischer Künstler. Deshalb sei eine Schuld als gravierend anzusehen. Ainedter bezeichnete diese Begründung als "meines Erachtens menschenrechtswidrig".

Bis zu sechs Monate Haft für Fendrich möglich
Fendrich wird vorgeworfen, seit 15 Jahren Kokain für den Eigenkonsum bezogen und außerdem seit dem Jahr 2002 etwa 20 bis 30 Mal gemeinsam mit einem Wiener Promi-Schneider konsumiert zu haben. Im Fall eines Schuldspruchs drohen Fendrich nach Paragraf 27 Suchtmittelgesetz (SMG) bis zu sechs Monate Haft.

In der elfseitigen Anklageschrift ist Fendrich allerdings nur eine "Randfigur": In erster Linie setzt sich Staatsanwalt Michael Leitner mit jenen beiden Männern - einem 61-jährigen Angestellten und einem 59-jährigen Geschäftsmann - auseinander, die Fendrich seit 15 Jahren mit Kokain versorgt haben sollen. Die Anklage nennt außerdem weitere prominente Abnehmer der beiden mutmaßlichen Dealer.

Kokain in Hotelzimmer sichergestellt
Auf Fendrich sind die Fahnder aufmerksam geworden, als sie Drogenhändler beobachteten, die in Wiener Lokalen prominente Kunden belieferten. Am 4. April soll es in einem Hotel zur Übergabe eines Säckchens Kokains an den Sänger gekommen sein. Später sei das Suchtgift in seinem Zimmer sichergestellt worden. Sechs mutmaßliche Dealer wurden festgenommen, zu weiteren Abnehmern gibt es keine Angaben.

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