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OMV legt Übernahme-Angebot vor

Österreich
10.05.2006 13:38
Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat am Mittwoch den Verbund-Aktionären sein Übernahmeangebot für den heimischen Stromkonzern bekannt gegeben. Pro Verbund-Aktie sollen 425 Euro geboten werden, das sind 20 Prozent mehr als der durchschnittliche Kurs der letzten sechs Monate und 7,7 Prozent Prozent mehr als der Schlusskurs von Dienstag (394,50 Euro). EVN und Wienstrom zeigen sich allerdings wenig beeindruckt. Sie legen sich zu diesen Konditionen quer.

Die Fusion soll im Verhältnis 60:40 erfolgen, gaben OMV und Verbund Mittwochfrüh in Ad-hoc-Mitteilungen bekannt. Aktionäre des Verbund können alternativ auch 6,5 neu auszugebende "OMV Verbund AG" -Aktien tauschen.

EVN und Wienstrom verweigern Zustimmung
Unter diesen vorgestellten Bedingungen wird es keine Zustimmung der Verbund-Großaktionäre EVN und Wienstrom zur geplanten Übernahme und Verschmelzung von OMV und Verbund geben, hieß es aus Kreisen von EVN und Wienstrom zur APA. Sollte die Fusion weiter angestrebt sein, muss es zu weiteren Verhandlungen und Gesprächen mit EVN und Wiener Stadtwerken kommen. Der Ball liegt nun aber bei den an der Fusion interessierten Unternehmen.

Mega-Fusion könnte bis Ende 2006 stehen
Die Realisierung der Mega-Lösung im Energiebereich soll gegen Ende 2006 fertig sein, so die beiden Unternehmen. Auf dem Fusions-Weg warten aber noch einige Stolpersteine. Zunächst muss das österreichische Parlament der Lösung zustimmen, da derzeit das Zweite Verstaatlichtengesetz eine 51-Prozent-Mehrheit beim Verbund vorschreibt. Auch die zuständigen Wettbewerbsbehörden müssen noch ihr OK geben. Zudem ist auch noch die europäische Wettbewerbsbehörde - die EU-Kommission - am Wort.

Bei der Transaktion bringt die Republik Österreich ihren 51-Prozent-Anteil am Verbund via ÖIAG in die OMV AG gegen Ausgabe von jungen OMV-Aktien im Verhältnis von 1:6,4893, beziehungsweise gegen Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung ein. Dies soll durch eine Kapitalerhöhung durch Sacheinlage unter Ausschluss der Bezugsrechte erfolgen.

Größtes Unternehmen Österreichs im Entstehen
Mit einem Umsatz von zusammen knapp über 18 Milliarden Euro auf Vorjahresbasis entsteht durch die Fusion von OMV und Verbund das größte Unternehmen Österreichs.

Die neue "OMV Verbund AG" soll von einem siebenköpfigen Vorstands-Team geleitet werden, bestehend aus den bisherigen Vorständen der beiden Unternehmen, die dann im Prinzip auch weiterhin für ihre Geschäfte zuständig sein sollen. An der Spitze sollen zwei Vorstandsvorsitzende (Co CEO's) stehen. Diese Struktur soll die Gestaltung der künftigen Geschäfte des Riesenkonzerns am besten gewährleisten.

Ab 2007 soll so ein führender integrierter Energiekonzern mit Wachstumspotenzial in Mitteleuropa entstehen. Mit einem ausgewogenen Portfolio aus Erdöl, Erdgas und Strom werde der neue Konzern über ein diversifiziertes Risikoprofil und eine starke Grundlage für ein verbessertes und nachhaltiges Wachstum auf seinem Weg in die Zukunft verfügen, hieß es.

Bewegung an der Börse
Die Verbund-Aktien wurden nach Bekanntgabe des Übernahmeangebots kurzfristig vom Handel ausgesetzt. Danach kletterten sie um 5,2 Prozent auf 415 Euro, die OMV-Aktien legten bis gegen Mittag um 6,9 Prozent zu. EVN-Aktien stiegen sogar um 7,4 Prozent.

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