Rogue ist ein wenig blau am ganzen Körper. Dies rührt jedoch nicht von Erfrierungen oder seinem übermäßigen Alkoholkonsum. Nein, unser Held ist ein Klon - und anscheinend ist bei der genetischen Duplikation eben irgendetwas mit der Farbzusammenstellung schief gegangen. Das Leben als Klon bringt aber auch einen Vorteil mit sich: Rogue kann unter der vergifteten Atmosphäre von "Nu Earth" frei atmen. Die wenig geachteten Gegner der Norts müssen hingegen auf Atemgeräte zurückgreifen.
Ein weiterer Vorteil: Stirbt ein Klon, so können seine auf einem Chip gespeicherten Lebens-Daten aufgelesen werden, um dann später wiedergeboren zu werden. Drei Kameraden Rogues werden daher nach einem nur all zu kurzen Gastspiel zwischen den Fronten von unserem Helden eingesammelt und auf Waffe, Helm und Rucksack geklebt. Von dort aus leisten sie wertvolle Dienste und versüßen das Spieler-Leben mit dem einen oder anderen witzigen Kommentar.
So dient der Freund im Helm als Radar, um uns mit Informationen über den Feind zu versorgen, der Rucksack-Kollege spritzt Medizin und Freund Gunnar schießt kurzerhand alle Gegner über den Haufen. Doch damit nicht genug: Gunnar kann auch abgelegt und als Automatik-Geschütz in der Landschaft platziert werden. Auf Knopfdruck verschießt er eine Salve nach der nächsten und verschafft uns so kostbare Zeit. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert die Holoprojektion, mit der Gegner abgelenkt werden können.
Die Haupteigenschaft Gunnars ist jedoch das Recyclen von Altmaterial. Herumliegende Leichen werden auf Eisen durchsucht, mit dem sich dann Waffenupgrades und Munition basteln lassen. Irgendwie ein beruhigender Gedanke, dass in der Zukunft wenigstens das Recycling funktioniert. Für den Spieler ergibt sich daraus der Vorteil, dass er nicht ständig nach Munition Ausschau halten muss, sondern einfach bei Bedarf selber welche produziert. Nach und nach wächst Gunnar also von einer normalen Knarre zu einer multifunktionalen Super-Wumme heran.
Rogue stehen dann nicht nur ein MG oder ein Sniper-Gewehr zur Verfügung, sondern auch ein Mörser-Aufsatz oder eine Strahlen-Erweiterung. Zudem gibt es Granaten aller Art und Minen, die sich bequem per Fernzünder auslösen lassen. Für noch mehr Durchschlagskraft gibt es die in der Landschaft herumstehenden Geschütztürme oder "Lazookas", mit denen Rogue auch große Panzer außer Gefecht setzen kann.
Darüber hinaus hat Rogue auch bewegungstechnisch einiges zu bieten: Der GI kann sich ducken, springen und anschleichen, um Gegner mit einem Stealth-Kill zu beseitigen. Außerdem kann er hinter fast jedem Hindernis Schutz suchen, um von dort beispielsweise blind über seinen Kopf hinweg zu feuern. Ein nützliches Feature, wenn viele Gegner in Schach gehalten werden müssen.
Optisch präsentiert sich "Rogue Trooper" ganz nett, aber doch ein wenig veraltet und insgesamt eine Spur steril. Zudem erinnert trotz Zukunfts-Szenario doch vieles an die Invasion der Normandie. Vom Gameplay richtet sich Rogue dank mehrerer Schwierigkeitsgrade an Einsteiger und Profis. Viele Aktionen werden immer wieder durch Bildschirmtexte erklärt, der Spieler findet sich also rasch zurecht. Lediglich das Zielen fällt in der 3rd-Person-Perspektive nicht immer ganz leicht. Sehr gut gelungen ist die Lokalisierung.
Fazit: "Rogue Trooper" wäre ein weiterer unbedeutender Shooter, wäre da nicht die Sache mit den eingebauten Biochips und einer spannend erzählten Handlung, die dem Spiel mehr Tiefe verleiht. Die Mischung aus Stealth- und Baller-Missionen weiß daher durchaus zu unterhalten.
Plattform: Xbox (getestet), PS2, PC
Publisher: Eidos
Krone.at-Wertung: 79%
von Sebastian Räuchle










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