Krisengespräche

Merkel tagt mit Bush wegen Iran-Krise

Ausland
04.05.2006 07:26
Deutschlands Kanzlerin Merkel beehrt US-Präsident Bush zum zweiten Mal in vier Monaten mit einem Besuch. Bei ersten Gesprächen haben die beiden ihren gemeinsamen Willen unterstrichen, den Atom-Streit mit dem Iran mit diplomatischen Mitteln beizulegen. Der Iran sollte um des Friedens Willen seine nuklearen Ambitionen aufgeben, erklärte Bush am Mittwoch (Ortszeit) nach einem rund einstündigen Gespräch mit Merkel im Weißen Haus in Washington.

Merkel sagte: "Wir sind uns einig, dass wir eine diplomatische Lösung finden müssen, und ich sehe dafür auch eine gute Chance." Allerdings sei es dafür notwendig, dass "die "Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft mit Geschlossenheit" gezeigt werde. Bush kündigte an, die USA würden sich weiter in Konsultationen mit ihren Partnern um eine friedliche Lösung des Streits bemühen.

Merkel betonte, mit Bush bestehe "völlige Übereinstimmung" darin, dass der Iran auf gar keinen Fall in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe. Zu möglichen Sanktionen gegen den Iran äußerte sich keiner von beiden. Es gehe nun erst einmal um eine Resolution des UNO -Sicherheitsrats.

Die Kanzlerin und der US-Präsident wollten anschließend ihr Gespräch noch bei einem gemeinsamen Abendessen im Weißen Haus fortsetzen, an dem auch Außenministerin Rice und andere US- Spitzenvertreter teilnehmen sollten. Bush nahm zudem eine Einladung Merkels an, am 14. Juli nach Deutschland zu kommen.

Schon vor der Ankunft Merkels in Washington hatte sich Deutschland mit den USA, Frankreich und Großbritannien auf einen gemeinsamen Entwurf für eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats zum Iran geeinigt. Mit dem Text soll der Iran aufgefordert werden, alle Aktivitäten zur Urananreicherung einzustellen. Nach dem Entwurf ist vorgesehen, dem Iran eine Frist zu setzen.

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