USA

Demonstrationen für Einwanderer

Ausland
02.05.2006 09:21
Mehr als eine Million Menschen haben am Montag in den USA für mehr Rechte von Einwanderern demonstriert. Allein im Geschäftsviertel von Chicago gingen 400.000 Menschen auf die Straße, auch durch Los Angeles zogen nach Angaben des Rathauses etwa 400.000 Menschen. Mehrere zehntausend marschierten in New York, 50.000 in San Jose, 15.000 in Houston und 30.000 in verschiedenen Städten Floridas.

Der Protesttag richtete sich vor allem gegen eine geplante Verschärfung der Einwanderungsgesetze. Fabriken, Restaurants, Häfen und Agrarbetriebe im ganzen Land mussten ihren Betrieb einstellen oder ihre Produktion drosseln, weil ihre Beschäftigten nicht zur Arbeit erschienen. Auch Schüler blieben dem Unterricht fern. Sie folgten dem Aufruf mehrerer Organisationen zum umfassenden Wirtschaftsboykott unter dem Motto "Ein Tag ohne Einwanderer".

"Wir sind das Rückgrat dessen, was Amerika ausmacht, legal oder illegal", sagte Melanie Lugo, die mit ihrer Familie und rund 75.000 Gleichgesinnten an einer Demonstration in Denver teilnahm. "Sie brauchen uns so sehr wie wir sie brauchen."

Elf Millionen Illegale
Das Weiße Haus reagierte kühl auf die Protestaktion. "Der Präsident ist kein Fan von Boykotten", sagte der Pressesprecher von George W. Bush. Die Menschen hätten ein Recht auf friedliche Meinungsäußerung, "aber der Präsident will, dass eine umfassende Reform im Kongress durchkommt, damit er sie mit seiner Unterschrift zum Gesetz machen kann".

In den USA leben schätzungsweise elf Millionen Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Der US-Kongress berät derzeit über ein neues Einwanderungsgesetz und ist in dieser Frage gespalten. Eine Kompromissvorlage für ein neues Einwanderungsgesetz war Anfang April im Senat gescheitert.

 

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