USA
Demonstrationen für Einwanderer
Der Protesttag richtete sich vor allem gegen eine geplante Verschärfung der Einwanderungsgesetze. Fabriken, Restaurants, Häfen und Agrarbetriebe im ganzen Land mussten ihren Betrieb einstellen oder ihre Produktion drosseln, weil ihre Beschäftigten nicht zur Arbeit erschienen. Auch Schüler blieben dem Unterricht fern. Sie folgten dem Aufruf mehrerer Organisationen zum umfassenden Wirtschaftsboykott unter dem Motto "Ein Tag ohne Einwanderer".
"Wir sind das Rückgrat dessen, was Amerika ausmacht, legal oder illegal", sagte Melanie Lugo, die mit ihrer Familie und rund 75.000 Gleichgesinnten an einer Demonstration in Denver teilnahm. "Sie brauchen uns so sehr wie wir sie brauchen."
Elf Millionen Illegale
Das Weiße Haus reagierte kühl auf die Protestaktion. "Der Präsident ist kein Fan von Boykotten", sagte der Pressesprecher von George W. Bush. Die Menschen hätten ein Recht auf friedliche Meinungsäußerung, "aber der Präsident will, dass eine umfassende Reform im Kongress durchkommt, damit er sie mit seiner Unterschrift zum Gesetz machen kann".
In den USA leben schätzungsweise elf Millionen Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Der US-Kongress berät derzeit über ein neues Einwanderungsgesetz und ist in dieser Frage gespalten. Eine Kompromissvorlage für ein neues Einwanderungsgesetz war Anfang April im Senat gescheitert.



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