29.06.2015 17:05 |

Wegen Griechen-Krise

Euro geschwächt: Sorge um Wiens Frankenkredite

Athens Finanzdrama schwächt den Euro - das könnte auch für Wien unschöne Folgen haben: Die Stadt hat noch immer Frankenkredite in der Höhe von 1,6 Milliarden Euro offen, eine weitere Verteuerung ist nun nicht auszuschließen. Dazu RBI-Chefanalyst Peter Brezinschek: "Keine Panik, aber die Sache kann eskalieren."

"Vorübergehend wird der Druck steigen. Und natürlich kann die ganze Situation noch eskalieren. Aber bis zum dritten Quartal dieses Jahres wird eine Entscheidung über Griechenland gefallen sein", sagt Peter Brezinschek, der Experte der Raiffeisen Bank International. Die Schweizer Notenbank werde aber "alles versuchen", den Kurs des Franken im Vergleich zum Euro stabil zu halten: "Wir beobachteten ja bereits an diesem Montag, dass der Kurseinbruch gering war - im Vergleich zu den Ereignissen in Griechenland."

Sollte sich die Situation in Europa wieder stabilisieren, könnte Wien davon profitieren: Wenn der Euro an Wert gewinnt, wäre das bei einer Rückzahlung von Vorteil.

ÖVP fordert stufenweisen Abbau der Franken-Schulden
Für die ÖVP ist die neue Sorge um die Frankenkredite der Stadt Anlass zu weiterer Kritik an der rot-grünen Finanzpolitik: "Die Strategie ist zu hinterfragen. Wir fordern einen stufenweisen Abbau der Franken-Schulden binnen fünf Jahren."

Die Gegenargumente der SPÖ: Erstens hätte man "auch 700 Millionen Euro mit den Frankenkrediten erwirtschaftet". Und zweitens seien die Kredite ohnehin "endfällig" - nur der Kurs am Ende der Laufzeit zählt. Übrigens: Fünf der sechs Frankenkredite der Stadt wurden heuer bereits "rolliert", also verlängert.

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