Muttertage sind vor allem im SOS Kinderdorf kein Tag wie jeder andere. "Es ist natürlich eine besondere Situation", sagt der pädagogische Leiter Joachim Petscharnig. "Auf der einen Seite haben die Kinder eine Mutter im Kinderdorf, auf der anderen Seite die leibliche Mutter. Und wenn die Mutter gerade am Muttertag nicht verfügbar ist, sind die Kinder besonders traurig, da sie in der Schule ja Gedichte einstudiert haben."
Für die Verantwortlichen im Kinderdorf ist es daher jedes Jahr ein Anliegen, die Kinder mit der leiblichen Familie zusammenzubringen – so gut es möglich ist.
Petscharnig: "Manche verbringen dann den Tag mit uns im Kinderdorf, andere unternehmen selbst etwas. Es sind immer sehr berührende Szenen." Das gilt auch für die acht "Mütter", die im SOS Kinderdorf die Aufsicht über 104 Kinder haben.Zu ihnen zählt Rosi Lager (43) aus Krumpendorf, die zwei Buben und drei Mädchen im Alter von drei bis acht Jahren betreut.
"Es ist schon eine intensive Beziehung, die man zu den Kindern aufbaut, da man sie meist bis zur Volljährigkeit begleitet", erzählt Rosi, während sie mit Katharina, Manuel und Lara den Mittagstisch deckt.
"Ich begleite die Kinder in der Zeit, wo es für die Mutter – aus unterschiedlichen Gründen – nicht möglich ist." Eine Zeit, die nicht immer einfach ist. Rosi: "Natürlich gibt es Tage, da wollen die Kinder nur heim, da muss man viel mit ihnen reden; aber dafür sind wir da. Es ist einfach eine Berufung." Nur in einem Punkt ist Rosi konsequent: "Es ist klar geregelt, dass die Kinder mich als die Rosi sehen, und nicht als Mama. Die bin ja nicht, und da will ich ihnen nichts vormachen." Mama soll schließlich Mama bleiben.
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