Animal Hoarding Fall

Favoriten: Erneut 300 Mäuse aus Wohnung gerettet

Tierecke
03.11.2026 14:40
Porträt von Tierecke
Von Tierecke

Ekel-Alarm: Bereits vor einem halben Jahr mussten an derselben Adresse in Favoriten rund 2100 Mäuse gerettet werden. Nun holten Tierschützer wieder rund 300 Nagetiere aus der Messie-Wohnung eines Wieners. 

Was als vermeintlich überschaubare Aufnahme von rund 30 Mäusen begann, entwickelte sich in einer Wohnung im zehnten Bezirk zu einem erschütternden Tierschutzfall: Hunderte Tiere hausten unter katastrophalen hygienischen Bedingungen, waren krank, verletzt und sich selbst überlassen. 

Ein Bild des Grauens
Die Mäuse lebten auf engstem Raum in völlig verschmutzten, nicht ausbruchssicheren Terrarien. Eine Geschlechtertrennung gab es nicht, dafür massive Kotansammlungen, eine hohe Ammoniakbelastung und eine unkontrollierte Vermehrung. Die Tiere hatten sich längst nicht mehr nur in ihren Behausungen ausgebreitet, sondern bevölkerten bereits Böden, Wände, Decken, angrenzende Räume und sogar Haushaltsgeräte.

In der Wohnung herrschen dramatische hygienische Verhältnisse.
In der Wohnung herrschen dramatische hygienische Verhältnisse.(Bild: Tierschutz Austria)

Der Gesundheitszustand vieler Nager war alarmierend. Zahlreiche Tiere waren zerbissen oder krank, einige litten an Tumoren. Auch trächtige Weibchen befanden sich darunter. „Viele der Tiere waren verletzt oder krank. Wir mussten sofort handeln, um Schlimmeres zu verhindern“, schildert Stephan Scheidl, Tierheimleiter von Tierschutz Austria.

Rund 300 Mäuse befinden sich mittlerweile im Tierschutzhaus Vösendorf.  Einige der trächtigen Weibchen haben inzwischen bereits Nachwuchs bekommen. Als nächster Schritt steht die Kastration der Männchen an, um eine weitere unkontrollierte Vermehrung zu verhindern.

So viele Mäuse auf einmal zu sichern ist ein Kraftakt für alle Beteiligten.
So viele Mäuse auf einmal zu sichern ist ein Kraftakt für alle Beteiligten.(Bild: Tierschutz Austria)

Es werden Terrarien benötigt
Doch auch dann ist die Arbeit noch lange nicht getan: Die Tiere benötigen artgerechte Unterkünfte, ausreichend Platz und neue Terrarien. Ein enormer Aufwand für das Tierschutzhaus, das bereits vor sechs Monaten am selben Standort über zweitausend Mäuse retten musste. „Hinter solchen Fällen stecken oft menschliche Schicksale und Überforderung. In diesen Momenten zählt allein, dass geholfen wird“, betont Scheidl.

Wer Mäuse übernehmen möchte und für eine artgerechte Unterbringung sorgen kann, meldet sich bitte bei Tierschutz Austria. Auch für die Abgabe von Terrarien oder passenden Mäuse-Unterkünften kann man sich im Tierschutzhaus melden. 

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