Auch Mélenchon dabei
Frankreich: Hunderttausende zu Protesten erwartet
In Frankreichs Großstädten haben sich am Samstag Menschen zu großen Demonstrationszügen getroffen. Die Behörden erwarten mehrere Hunderttausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer - wie schon bei früheren Kundgebungen. Bis 14 Uhr gab es landesweit 27 Festnahmen.
Zu den Protesten hatten Gewerkschaften, Schüler- und Studierendenorganisationen sowie die Gelbwesten-Bewegung aufgerufen. Demonstriert wird – wie am heutigen Samstag auch in Deutschland und Österreich – erneut gegen hohe Lebenshaltungskosten und marode Schulen. Auch der Präsidentschaftskandidat der Linken, Jean-Luc Mélenchon, mischte sich in Paris unter die Demonstrantinnen und Demonstranten. An den Kundgebungen am Vormittag nahmen laut dem französischen Innenministerium landesweit 15.000 Menschen teil.
„Zum jetzigen Zeitpunkt scheint die Lage im gesamten Staatsgebiet insgesamt ruhig zu sein, ohne nennenswerte Zwischenfälle“, hieß es. Zu ersten Einsätzen von Tränengas kam es am Samstagnachmittag in Lyon. In Paris und anderen Städten waren die Demonstrationsrouten aufgrund befürchteter Gewalt gegen öffentliche Gebäude und Plünderungen von Geschäften aus dem Zentrum heraus an den Stadtrand verlegt worden. „Wir werden heute auf der Straße sein und wir werden unsere Forderungen durchsetzen, ganz gleich, wo wir sind“, schrieb die Studierendenorganisation Unef auf der Plattform X.
„Äußerst beunruhigende Aufrufe“
Am geschichtsträchtigen Place de la Bastille in Paris forderte die Polizei zu Mittag Protestierende auf, den Platz zu räumen. Der französische Innenminister Laurent Nuñez hatte zuvor von einem Tag mit „sehr großem Risiko“ gesprochen. Es gebe äußerst beunruhigende Aufrufe zu Plünderungen und Ausschreitungen, sagte er. Behörden halten es für möglich, dass das Halloween-Fest am selben Tag Gelegenheit dazu bieten könnte, sich zu maskieren und in der Form Straftaten zu begehen.
In mehreren Städten wurden Ausgangsbeschränkungen verhängt, etwa für bestimmte Orte oder für Minderjährige. Frankreichweit sind ungefähr 70.000 Polizeikräfte an dem dritten großen Protesttag der Bewegung im Einsatz. Der erste landesweite Protesttag hatte am 17. Oktober stattgefunden.

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