In den kommenden Tagen kühlt es in der Steiermark deutlich ab. Die ersten Skigebiete wollen bald öffnen. Doch: Hohe Ticketpreise stehen in der Kritik, kleine Betriebe kämpfen ums Überleben.
„Wir beginnen zu beschneien, sobald es das Wetter zulässt“, sagt Daniel Berchthaller, Chef der Reiteralm und Obmann der steirischen Seilbahner. Das dürfte nicht mehr lange dauern. In der Steiermark kühlt es dieser Tage stark ab, auf den Bergen wird Neuschnee erwartet. „Vor allem in Lagen oberhalb von 1000 Metern wird die Steiermark angezuckert“, sagt Meteorologe Hannes Rieder von der GeoSphere Austria. Berchthaller freut die Prognose: „Die Leute sind schon hungrig aufs Skifahren.“
Eine mildere Wetterphase sehe ich derzeit nicht.

Hannes Rieder, Meteorologe GeoSphere
Bild: Christian Jauschowetz
Am Montag kann es in der Obersteiermark bis auf 700 Meter herunterschneien, in den südlichen Lagen (z.B. Turrach, Koralm, Teichalm) wird kaum Neuschnee erwartet. Auch in den Tälern kühlt es ab. „Die Temperaturen liegen ein paar Grad unter dem Durchschnitt, eine mildere Phase ist nicht in Sicht“, prognostiziert Rieder. Branchenvertreter Berchthaller stimmt das hoffnungsvoll. „Die Erwartungshaltung ist heuer sehr positiv, weil wir eine kompakte Wintersaison vor uns haben.“
Hohe Nachfrage, aber Herausforderungen bleiben nicht aus
Ein früher Start werde immer wichtiger, das habe man in den letzten Jahren gemerkt. „Die Nachfrage im November ist schon hoch, es werden auch immer mehr Saisonkarten verkauft.“ So wollen der Hauser Kaibling oder die Turracher Höhe am 28. November starten, am Kreischberg und im Lachtal soll es am 4. Dezember losgehen, am Präbichl und Salzstiegl wird man wohl ab 5. Dezember die Pisten unsicher machen können (Daten am besten immer aktuell checken).
Doch die Sparte steht auch vor Herausforderungen. Energie, Personal, Investitionen in neue Anlagen – „all das kostet Geld“, entgegnet Berchthaller der Kritik an hohen Skikarten-Preisen. Planai, Reiteralm oder Hauser Kaibling verlangen heuer für eine Tageskarte 81,50 Euro. „Wir haben in der Steiermark ein breites Angebot an größeren bis kleineren Skigebieten“, erklärt Berchthaller. So sei preislich für jeden etwas dabei und junge Gäste bis 6 Jahren fahren vielerorts gratis.
Kleine Betriebe unterstützen
Allerdings haben gerade die kleinen Gebiete, die sich oft in niedrigeren Lagen befinden, mit dem Klimawandel zu kämpfen – oder können sich keine teuren Schneekanonen leisten. So musste das Gaberl heuer seinen Betrieb endgültig einstellen, die Aflenzer Bürgeralm letztes Jahr. „Bei unserer Seilbahnertagung heuer haben wir bewusst gesagt, dass wir die Nahversorger stärken wollen, damit die nächste Generation von Skifahrern erreicht werden kann“, so Berchthaller. Das soll etwa gelingen mit Wissenstransfer oder der Weitergabe von gebrauchten Liftanlagen. „Aber dass gewisse Höhenlagen einfach herausfordernd sind, bestreitet niemand.“
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