Der Klimawandel begünstigt imposante achtbeinige Einwanderer. Aktuell sind wegen der Paarungszeit vermehrt Begegnungen möglich. Während die Spinnen aus dem Mittelmeerraum zunächst nur in der Südsteiermark auftraten, breiten sie sich immer weiter in den Norden aus.
In den südlicheren Gefilden der Steiermark stehen die Chancen in den kommenden Wochen gut, auf eine strahlende Tarantel zu treffen – nicht nur in freier Natur, sondern auch rund ums oder im Haus. Eine Begegnung, auf die viele Menschen wohl gut und gerne verzichten können. Steirer werden sich aber an den gelegentlichen Anblick dieser imposanten Achtbeiner gewöhnen müssen.
Partnersuche lockt sie aus Verstecken
Nach dem Erstnachweis in der Südsteiermark vor etwa 50 Jahren erweitert die aus dem Mittelmeerraum stammende Spinne ihr Territorium hierzulande seit einigen Jahren merklich. „Diese südliche Art profitiert vom Klimawandel und breitet sich immer weiter in den Norden aus“, sagt Biologe und Spinnenexperte Christian Komposch vom Ökoteam Graz.
Strahlende Taranteln sind selbst eingewandert, wurden nicht eingeschleppt. Sie profitieren davon, dass es bei uns durch den Klimawandel wärmer wird.

Biologe Christian Komposch
Bild: Stefan Janisch
Aktuell sind die Tarantel-Männchen auf Partnerinnensuche und können bei ihren Wanderungen häufig auch in Siedlungsgebieten auftauchen und sich als ungebetene Gäste in Garagen oder Wohnräume verirren. Der Anblick der stattlichen Tiere, deren Körper alleine bis zu zweieinhalb Zentimeter lang werden, kann je nach Spinnen-Affinität faszinierend bis hin zu angsteinflößend sein.
Angsteinflößend, aber ungefährlich
Gefährlich sind strahlende Taranteln für Menschen aber nicht: „Sie sind überhaupt nicht aggressiv und würden von sich aus nicht beißen“, so Komposch. Nur wenn die Spinnen in Bedrängnis geraten, etwa versehentlich gequetscht werden, können sie zubeißen. „Das ist vom Schmerz her vergleichbar mit einem Wespenstich“, so der Experte.
Apropos Wespe: Die inzwischen in der Steiermark weitverbreitete Wespenspinne hat eine recht ähnliche Einwanderungsgeschichte wie die Tarantel. Auch sie tauchte vor rund 50 Jahren zum ersten Mal in der Südsteiermark auf. „Heute ist sie bei uns quasi überall zu finden, wo sie passende Bedingungen findet“, sagt Komposch.
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