Fäkalien auf Schienen

Alte Zugtoiletten sorgen für neuen Pendlergroll

Niederösterreich
06.09.2026 06:00

Der Ärger über die Franz-Josefs-Bahn im niederösterreichischen Waldviertel ist groß: Denn dort ist das Wagenmaterial so alt, dass die Toiletten alles direkt auf die Schienen spülen. Sehr zum Unmut von Anrainern und Fahrgästen.

„Auf uns wird ja wirklich gepfiffen“, kann sich ein Waldviertler Bahnfahrer gerade noch zurückhalten, Fäkalausdrücke im Gespräch mit der „Krone“ zu verwenden. Ein anderer erklärt: „Es kann doch nicht sein, dass auf der Franz-Josefs-Bahn (FJB) derart alte Waggons unterwegs sind, die über keinen geschlossenen Toilettenkreislauf verfügen!“.

Ein weiterer Bahnkunde findet „schmutzige“ Worte für die Situation, dass menschliche Ausscheidungen inklusive Toilettenpapier auf die Gleise gespült werden: „Wir leben im 21. Jahrhundert! Jeder Bahnkunde, der ins Waldviertel fährt, denkt sich, dass wir uns hier wirklich noch in der Steinzeit befinden. Ist denn der ÖBB die Franz-Josefs-Bahn überhaupt nichts mehr wert?“.

„Wie g’schmackig ist das denn?“
Ein weiterer Öffi-Nutzer fragt sich wiederum, ob es wirklich in Ordnung sei, wenn man auf die Waldviertler Gleise sch****: „Wie g’schmackig ist das denn für ÖBB-Mitarbeiter, wie etwa die Verschieber? Die werden sich bei ihrem Arbeitgeber besonders bedanken, wenn die Exkremente direkt auf den Gleisen landen.“

Eines der alten Zug-Klos der Franz-Josefs-Bahn, wo alles direkt auf den Gleisen landet.
Eines der alten Zug-Klos der Franz-Josefs-Bahn, wo alles direkt auf den Gleisen landet.(Bild: Privat z.V.g.)

„Wir verstehen, dass ältere Fahrzeuge bei Kunden Unmut auslösen können. Der Rückschluss, dass das Waldviertel für die ÖBB weniger Bedeutung hätte, ist aber nicht zutreffend. Regionen werden keinesfalls bevorzugt oder benachteiligt“, entgegnet ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Bei einzelnen älteren Fahrzeugtypen, die derzeit noch im Regionalverkehr im Einsatz seien, gebe es noch Toilettensysteme älterer Bauart. Das betreffe unter anderem die „City Shuttles“, die auch auf der FJB fahren.

„Nach technischen Erfordernissen disponiert“ 
„Sie werden entsprechend geltender Vorschriften betrieben, regelmäßig gewartet und nach technischen Erfordernissen disponiert – abhängig von Streckeninfrastruktur, Fahrgastaufkommen oder den betrieblichen Rahmenbedingungen“, so Seif. Doch die ÖBB modernisiert laufend: Bis 2030 investiere man rund 6,1 Milliarden Euro – etwa in die bestehende Doppelstock-Flotte.

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