Europol-Bericht:
Kunstdiebe zunehmend über Social Media rekrutiert
Laut einem neuen Bericht der EU-Polizeibehörde Europol werden Kunstdiebinnen und Kunstdiebe zunehmend über soziale Medien rekrutiert. Spezialisierte Banden würden so ersetzt, heißt es. Der Raubüberfall in Louvre in Paris im Oktober 2025 sei ein Paradebeispiel für die jüngsten Veränderungen.
Damals bedrohten die Diebe Wachpersonal und Besucherinnen sowie Besucher. Sie stahlen Schmuck im Wert von 88 Millionen Euro. In den vergangenen zwei Jahren hätten Kunstdiebinnen und Kunstdiebe ihr Augenmerk auf Edelmetalle, Schmuck und Kulturgüter verlagert, die höhere Gewinne versprechen, teilte Europol mit. Da der Goldpreis um 85 Prozent gestiegen sei, würden etwa zunehmend Goldgegenstände ins Visier genommen, beispielsweise Goldnuggets, Münzen und Schmuckstücke.
„Edelmetalle lassen sich leicht einschmelzen, hinterlassen keine Spuren für die Strafverfolgungsbehörden und erleichtern den illegalen Verkauf. Edelsteine in Schmuckstücken lassen sich darüber hinaus leicht entfernen und weiterverkaufen“, führt der Bericht aus. Die Täterinnen und Täter würden „mit Werkzeugen wie Vorschlaghämmern, Äxten, Brecheisen und in einigen Fällen auch Sprengstoff in Räumlichkeiten und Vitrinen einbrechen“.
Traditionelle Banden hätten früher auf „Täuschung und Heimlichkeit“ gesetzt, eine zentrale Anführerin oder einen zentralen Anführer gehabt und über Nischenwissen verfügt. Die jüngsten Diebstähle wurden laut der Behörde hingegen von einer dezentralen Ad-hoc-Gruppe gewinnorientierter Opportunistinnen und Opportunisten verübt, die über soziale Medien rekrutiert wurden.
Als ein weiteres Beispiel für diese Veränderungen wurde der mithilfe von Sprengstoff verübte Diebstahl eines 2500 Jahre alten Goldhelms und dreier antiker Goldarmbänder aus einem Museum in den Niederlanden im Jänner 2025 angeführt. Die Stücke wurden später wiedergefunden und nach Rumänien zurückgegeben, wobei ein Armband weiterhin vermisst wird. Europol stellte zudem einen Anstieg bei Diebstählen antiker chinesischer Porzellanartefakte wie Vasen aus der Ming-Dynastie fest, der auf die hohe Nachfrage nach diesen Stücken zurückzuführen ist.

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